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05.06.2009
Wohltätigkeit
Es ist schon ab und an abstrus, was heute so alles unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit veranstaltet wird. So z.B. der Kiss Cup, der am Wochenende in der Berliner Max Schmeling Halle stattfand. Es ging wohl um krebskranke Kinder oder so ähnlich, was aber eigentlich auch egal ist, denn es gab ja eine richtig dufte Party und das auch noch umsonst. Da lassen sich die Berliner nicht lange bitten, selbst wenn es um krebskranke Kinder geht. So kann man die Worte der äußerst ambitionierten Moderatorin zumindest interpretieren, wenn man es nicht so mit den krebskranken Kindern hat, aber wer hat das schon. Wichtig ist eigentlich nur, dass mal wieder alles an Halbprominenz rangekarrt wurde, was eben gerade nicht im Dschungelcamp, auf der Alm oder beim Promiboxen beschäftigt ist, um ein paar Körbe für die krebskranken Kinder zu werfen. Namedropping gefällig? Lotto King Karl, Lou Bega, MTV Patrice, irgendwelche ehemaligen Topmodel Kandidatinen und was es halt sonst noch so gibt, auf dem immer größer werdenden Markt der Prominenten. Um hier noch schnell den Hip Hop Zusammenhang herzustellen, Dean Dawson hat auch mitgemacht. Dean stand die Wohltätigkeit nicht mehr ganz so gut zu Gesicht, als er sich völlig zu Recht darüber aufregte, dass, der Schiedsrichter seinen selbstverständlich regelkonformen Monsterblock, gegen einen halb so großen und schweren Gegenspieler, tatsächlich als Foul ahndete. Zum Schirmherrn der ganzen Veranstaltung wurde mit überwältigender Mehrheit übrigens Rolf Eden gewählt, weshalb Kiss FM mit Rolf Eden telefonierte, woraufhin Rolf Eden tatsächlich den Hörer abnahm und sagte, dass es am Wochenende eher schlecht aussieht bei Rolf Eden, was zur Folge hatte, dass Rolf Eden dann auch tatsächlich nicht kam. Immerhin wurde ein Bild vom Schirmherren Rolf Eden aufgestellt, der im Geiste und mit dem Herzen der Veranstaltung natürlich trotzdem beiwohnte und zu allem Überfluss sogar noch selbstlos ein paar Euro locker machte. Was tut man nicht alles für ein paar krebskranke Kinder. Danke dafür an dieser Stelle. Nach der gut zweistündigen Moderation und einem Azad, sowie einem Frauenarzt Auftritt, ging es dann auch schon los mit der Wohltätigkeit, natürlich nicht, bevor der Teamkapitän der NBAs (Noras Basketball Asse), auf einem weißen Einhorn in die Halle geritten kam. Der Teamkapitän der Basty Bulls kam übrigens in einem motorisierten Rollstuhl in die Halle gefahren. Das wäre doch auch mal was, körperlich gesunde Promis, spielen ein bisschen Rollstuhl Basketball, um ein wenig Geld für körperlich nicht mehr ganz so Gesunde aufzutreiben. Die schönste Szene des Abends spielte sich allerdings ab, als die zuvor schon erwähnte Moderatorin, eine Mitarbeiterin der Gangway Organisation, die in Zukunft übrigens auch irgendwann, irgendwo, irgendetwas zu zugunsten von krebskranken Kindern veranstaltet(genaueres war den Worten der Moderatorin nicht zu entlocken), ab und Azad an moderierte.
"Yo Berlin, was geht ab? Habt ihr jetzt Bock auf ein paar krass, fette Beats? Stehst du eigentlich auch auf richtig fetten Rap? "Nein, eigentlich nicht." "Ach so, naja, das ist wahrscheinlich auch besser so. Hier ist für euch A. Z A. D"
"… das ist wahrscheinlich auch besser so", habe ich mir in diesem Moment auch irgendwie gedacht. Man hat es halt nicht leicht, schon gar nicht wenn man etwas Wohltätiges für krebskranke Kinder tut.
Sebastian
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02.06.2009
Franky Kubrick hat BASE
Es gibt Themen, die schlagen einem einfach ins Gesicht. Man MUSS zwingend darüber schreiben, es geht nicht anders. Franky Kubrick, Ex-Optik-Signing und jetzt mit seinem Backup-MC Jifusi irgendwie anderweitig unterwegs, kriecht nahezu auf Knien an und fleht darum, dass man sich über das "BASE"-Lied seines aktuellen Mixtapes "Wir Sind Die Besten" auslässt. Oder um es mit Kollegah zu sagen "Wenn eine Bitch darum bettelt, gefickt zu werden, dann macht man’s halt schnell." / wobei das natürlich im übertragenen Sinne zu sehen ist. Schließlich ist unser Freund Frank keine käufliche Frau, sondern ein vielleicht nicht mehr ganz so junger, aber dafür umso motivierterer Künstler. Soviel zu meinen Beweggründen für diesen Blog, kommen wir zum Anlass gebenden Track.
Goldjunge und Ex-Popstars-Jury-Mitglied sido macht bereits Werbung für einen Handyanbieter, womöglich ist das also ein Gradmesser des musikalischen Erfolgs. Dementsprechend hat sich Herr Kubrick aus Stuttgart wohl gedacht: "Ey, voll geil. Ich bin soooo glücklich mit meinem Tarif und meiner Telefonflatrate und so. Voll supi. Da mache ich doch jetzt einfach mal Werbung für meinen Anbieter. Die haben mich zwar nicht gefragt, aber was soll’s. Bestimmt freuen die sich voll doll und geben mir ein bisschen Geld. Oder Frei-SMS." Tja. Redaktionsintern stand außerdem die Überlegung im Raum, ob der Gute seine letzte Handyrechnung einfach nicht gezahlt hat und sich durch diesen Song Absolution erhofft. Aber diesbezügliche Spekulationen würden vielleicht auch zu weit führen. Mister Werker ist einfach wahnsinnig glücklich mit BASE. Auch all seine Freunde haben das. Er kann so lange telefonieren, wie er möchte, übrigens auch mit DEINER Freundin (du, der du da sitzt und diesen Text liest). Augenzwinkernd wird dem, der nicht schon nach den ersten zehn Sekunden abgeschaltet hat, verraten, dass er bloß aufpassen solle, wenn sein Telefon klingelt, schließlich könnte KUBRICK dran sein.
Schaudernd denke ich darüber nach, in Zukunft einfach nicht mehr dran zu gehen, wenn eine mir unbekannte Nummer angezeigt wird, bis mir einfällt, dass ich mich auf der sicheren Seite befinde. Gott. Sei. Dank. Habe ich Vodafone. Das macht mich in den Augen des Künstlers zwar zu einem dummen Menschen, der von ihm knallhart mit Freiminuten gefrontet wird, aber irgendwie denke ich, dass ich dieses Battle trotzdem überleben werde. Vielleicht nehme ich ihm einfach sein Handy weg. Was willst du dann tun, Franky? Hmmm? Ein bisschen habe ich aber auch Angst vor dem Telefonterroristen. Ein beinahe psychopathisches Bild skizziert der Stuttgarter hier von sich und in meinem Hinterkopf reift die Vorstellung von ihm im dreckigen weißen Nachthemd und mit schwarzer Langhaarperücke, wie er einem nach Hören des BASE-Songs anruft und "Sieben Tage." in den Hörer flüstert. Es mag mannigfaltige Vorteile haben, bei genau diesem Anbieter einen Vertrag abzuschließen. Nach diesem Track ruft die Erwähnung des Namens "BASE" aber ein körperlich sehr unangenehmes Gefühl bei mir hervor und voller Freude zahle ich weiterhin Unmengen von Geld für meine geführten Telefonate, nur um nicht von Karibik Kubrick angerufen zu werden.
P.S.: Es wäre so lustig, wenn BASE Franky wegen Rufschädigung oder zurückgehenden Vertragsabschlüssen verklagen würde. Frank, One Love und so und das ist jetzt nichts gegen dich, aber es wäre wirklich unsagbar witzig.
lisa
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