Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen” Journalistisch wertvolle Beiträge von den fabelhaften Menschen der rap.de-Redaktion.
12.11.2009
Rauhe Männerstimmen. Wo man singt, soll man sich niederlassen. Das stimmt leider nicht ganz. Wenn entrückte, bierselige Männer die Nationalhymmne singen, dann möchte ich mich ungern nieder lassen. Genauso verhält es sich mit Bierzelten, wo ab 3 Uhr auch jeder "Sie liebt den DJ" mit singen kann. Nun haben Rap und Gesang ja auch eine lange, wenn auch nicht immer einfache Vergangenheit, es gab gute Sachen und es gab ganz abscheuliche Sachen. Wir stellen euch heute ein paar Lieder vor, ganz wertungsfrei, die alle mehr oder weniger unter die Rubrik "Rap und rauhe Männergesänge" fallen.
Den Anfang machen Monroe und seine Freunde Eko, Seperate und Dennis Haberlach. Wenn sich ein Künstler mit vollem Namen präsentiert, ist er entweder ein ziemlich cooler, rauchiger Typ oder er ist ein Volltrottel mit Geltungsdrang. Dennis Haberlach hat bei DSDS mitgemacht.
Apropos rauchige Typen. Dazu gehören der niedliche Primat Pillath und und sein Freund mit der gestörten Sprachwahrnehmung, Snaga. Die haben auch ein Lied gemacht, da kann mit gesungen werden. Das ist kein Platz für Spaßbremsen, denn wenn Snaga und Pillath saufen, dann gibt es "Muschi-Party". PUHRENROTT!
Ein weiterer Kandidat ist D-Bo mit seinem Feature-Partner Pirelli. D-Bo ist eher so der Slam Poetry-Typ, so esoterischer Sprechgesang. Sein Freund Pirelli, die Amsel von der Donau, ist eine klassische Stimmungskanone, seinem Reiz kann auch der trübe D-Bo widerstehen. Das hat was.
Zum Schluss zeigen wir euch, ganz wertungsfrei, Maxeel. Maxeel...ach, guckt euch das einfach selbst an. Da fehlen mir die Worte. Ich zitiere nur eine Zeile: "Ich könnte ihren Ex-Freund zu Hack schlagen/ denn der Penner war nicht down mit meinem Baby Boo/ Seit dem hat sie kein' Vertrauen, das ist crazy, uhhhh". Ganz wertungsfrei.
Oh, du wunderschöne, traumerfüllende, von Glitzer funkelnde, Kanarienvögel anziehende, übelst spannende und einfach nur Tränen in die Augen treibende Welt der VIPs!!!!
Liebe Leser und Leserinnen, ich glaube alle meine Träume werden endlich, endlich wahr!!! Alles worauf ich mein Leben lang gewartet habe, hat sich letzten Mittwoch bei der G-Shock Party im Admiralspalast erfüllt. Stars und Sternchen wohin das Auge reicht. Röhrenjeans Träger und Mädchen, die mit ihrem Styling an Peggy Bundy erinnern. Freie Getränke und roher Fisch eingewickelt in Reis und Algen, damit sich auch die Geschmacksnerven freuen! Überall Fotografen, die alles für die Ewigkeit festhalten. Und mittendrin, in dieser Meute: Ich! Einfach nur Jeans, Sneakers und ein frisches T-Shirt, ach ja und die Haare hatte ich auch noch gekämmt. Mann, kam ich mir schäbig vor... Und ich habe noch nicht ein Mal einen Blackbery Storm 9500.
Nun ja, dieser Abend verläuft für mich trotz oder besser gesagt, wegen dieser Tatsachen sehr lustig. Nachdem ich zunächst eine kleine Runde durch den Palast gehe, um mir einen Überblick zu verschaffen, stellen sich mir folgende Fragen: Hier bleiben und sich mit Alkohol betäuben oder einfach wieder gehen? Ich entscheide mich für die erste Version und gebe meinen Regenschirm an der Garderobe ab. Übrigens, kennt ihr das, immer, wenn man so einen Regenschirm dabei hat, hört es plötzlich auf zu regnen. Echt nervig!
Aber zurück zur Veranstaltung. Mit meinem weißen, um das rechte Handgelenk gewickelten Pressebändchen, geselle ich mich zu den VIP's . Menschen, die mir in die Augen sehen und sich mit gerunzelter Stirn sichtbar fragen, warum ich sie freundlich anlächele und was für eine wichtige Person ich wohl sein könnte. An der Bar angekommen, stelle ich fest, dass es ungefähr eine halbe Stunde dauern könnte, bis ich einen Drink bekomme. Und spätestens jetzt, kommt mir die zündende Idee, meinen weiblichen Charme spielen zu lassen, um Vorteile aus dem Abend zu ziehen. Das tue ich dann, indem ich mich seitlich an die Bar stelle und den Barkeeper anzwinkere. Tja, diese Idee hatten auch andere und damit meine ich nicht nur die Mädels. Als ich dann einen Bombay Saphire bestelle, bekomme ich ein großes Glas, gefüllt mit Gin und Cranberry Saft. Das nenn ich einen echten Cocktail! Mein Durst ist aber mittlerweile so groß, dass ich das Glas innerhalb von 5 Minuten leere und mich wieder frage, ob ich nicht doch lieber gehen sollte. Nein, ich bleibe!!! Und ich kommuniziere!!! Denn neben Dauergästen, wie den Brüdern Ochsenknecht, sind bestimmt auch Menschen da, mit denen sich ein Gespräch lohnen könnte. Leider ist auch Anastasia von MTV in ein Gespräch verwickelt, sonst hätte ich bestimmt Groupiemäßig nach einem Autogramm gefragt, um die Zeit zu füllen, während ich auf den Act des Abends, nämlich Lady Sovereign, warte.
Aber ich bin ja offen und so schnappe ich mir den Erstbestem und frage, was er eigentlich auf dieser Veranstaltung macht. Der Gute fängt an von seinen Geschäften mit G-Shock zu erzählen und erstaunlicherweise, klingt das sehr interessant. Natürlich wird mir auch ein Kärtchen in die Hand gedrückt. Darauf zu finden: die Adresse seines Ladens in den Niederlanden. Eine inoffizielle Einladung, per Handschlag, bekomme ich noch dazu. Yuhuuuu!!! Nach meinem zweiten Drink, diesmal Vodka - Red Bull, bin ich so heiter, dass es mir echt egal ist mit wem ich rede, also spreche ich einfach alle an. Zwei Jungs, die zumindest keine eng anliegenden Jeans tragen, sind auch sehr freundlich. Sie erzählen mir von ihren Läden in Berlin und München. Ein anderes Pärchen designt Schmuck. Und noch einer vom Vice Magazin. Die No Angels waren übrigens auch da. Also, eine ganze Palette höchst interessanter Menschen.... Zum Glück gab es Alkohol umsonst!!!
Naja, so gegen 2.00 Uhr morgens, bin ich es echt leid auf, Lady Sovereign zu warten und entschließe mich dazu, einfach nach Hause zu fahren. Schließlich muss ich am nächsten Tag ins Büro und wichtige News über die Rapwelt verfassen. Ich hole also meinen Regenschirm beim Garderoben Mädchen Vanessa ab und lasse mir erzählen, dass ich für das Goodie Bag leider zu spät komme. Ja, Geschenke gab es auch. Ist das nicht toll? Und man muss für alles das fast nichts tun. Nur 7 Stunden täglich als Praktikant im Büro sitzen... Naja, andere müssen dafür nichts tun, nur einen erfolgreichen Papa haben.
Am Ausgang treffe ich dann meinen Chef und mache drei imaginäre Purzelbäume, denn er ist mit dem Auto unterwegs und nimmt mich kurzerhand noch auf eine andere Party mit. Und jetzt ratet mal, wen ich da alles treffe... Die gleichen Gesichter und Fotografen, die schon im Palast einen auf wichtig gemacht haben. Und ich hatte doch die Hoffnung, noch ein Paar Geschichten sammeln zu können, die mein Leben interessanter machen. Naja, aber ich treffe dann auf Mark. Ja, wer ist denn bloß Mark?? Keine Ahnung!!! Aber der Typ fängt an zu schwätzen und hört nicht mehr auf. Der ist ja schlimmer, als ich, denk` ich. Andererseits, der wollte vielleicht auch nur Connections zur VIP Welt, denn ich hatte ganz vergessen, dass ich noch mein Pressebändchen am Handgelenk hatte.
Inzwischen ist es so ungefähr 4.00 Uhr morgens und ich bin echt müde. Die Musik ist so laut, dass ich kaum noch denken kann und die körperlichen Ausdünstungen der Leute, machen die Luft unerträglich! 4.45 endlich zu Hause, in meinem Bett und der Kopf rattert, in den Ohren summt es und ich kann nicht glauben, wie aufregend mein Leben ist!!! Ungefähr 5 Minuten später, bin ich vor lauter Extase, einfach ins tiefe Schlummerland abgetaucht. Hoffentlich, gibt es bei der nächsten Party auch Alkohol umsonst. Man muss sich der Prominenz schließlich anpassen!
Auf ein Neues, in dieser verschneiten und unfassbar kalten Woche. Es gibt neue Musikvideos und wir zeigen sie euch. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es werden ja permanent irgendwo irgendwelche Videos gedreht, wobei die meisten ziemlich langweilig sind, aber die Folgenden sind uns ins Auge gestochen. Deshalb jetzt eine durchaus bunte Mischung von Brooklinz bis Paris. Film ab.
Video Numero Uno kommt von unserem österreichischen Freund Big J, der zwar nicht mehr das Aushängeschild von Black Wallstreet Europe ist, aber in "Was Ist Los" trotzdem noch gewohnt ami-mäßig unterwegs ist. Auf einem Fahrrad. Bestimmt gibt es irgendeinen richtig stylischen und nicht so nach Birkenstock-Tante klingenden Namen für das Gefährt, das überraschend viele US-Acts in ihren Videos der aufgemotzten Sportkarre vorziehen, den kennen wir aber nicht. Wer wissen möchte, worum es in dem Song geht, dem zitieren wir gerne aus dem offiziellen Pressetext: "Mit einem kräftigen Soul Sample und innovativem Drumsetting verknüpft der von Flip (Texta) produzierte Beat, Gegenwart und Vergangenheit und lässt in einer eklektischen Bricolage ein Soundgefüge entstehen das es dem Rapper ermöglicht seine lyrische Gewandtheit und Inhalte zu vermitteln. Im Song thematisiert Big J die Diskrepanz zwischen ambitionierter Musikproduktion und negativ-konnotierter Rezeptionspraxis." Ja. Damit ist eigentlich auch alles gesagt.
Das zweite Filmchen, was wir euch in keinem Fall vorenthalten wollen, stammt von unserem Lieblings-Imbissinhaber Bronko. Orgi hat den Dildo gegen die Bratpfanne getauscht und macht nur noch Party. Mit jeder Menge Suff, Fleisch und seit neuestem auch "Bum Bum Eis". "Bum Bum" heißt übrigens auch das Lied und wie gewohnt handelt es sich hierbei natürlich um einen Song, der sich auch mit 3 Promille mitgrölen lässt / gemäß dem Fall, man ist dann noch in der Lage zu sprechen.
Clip Nummer Drei ist ein Exclusive von den 16bars Kollegen, aber natürlich enthalten wir es euch trotzdem nicht vor. Mit fahriger Kamera werden hier Snaga und Pillath beim Rappen, Rumstehen, Aufnehmen und bedrohlich Gestikulieren abgebildet. Inhaltlich bewegt sich das irgendwo zwischen unmotiviert wirkender Selbstfeierei und mäßig innovativen Penis-Metaphern. Snaga guckt dabei, als würde er nur darauf warten, dass irgendjemand "Ruhrpott" sagt, während Pillaths Stimme ungewohnt kratzig klingt. Vielleicht hat er Husten. Ist ja auch kalt geworden.
Zum Schluss gibt es noch das neueste Video aus dem Mutterland der Baguettes und gestreiften Langarmshirts, Frankreich. Der sexuelle Booba macht wahnsinnig unterschwellig Werbung für seine Klamottenlinie Ünkut und begleitet die Modenschau mit dem Track "On Controle La Zone". Außerdem gibt es im Clip mit Dje, Brams und Mala ordentlich Feuer auf die Augen / vielleicht, weil es in den Pariser Banlieues immer so viel brennt.