|
Es ist schon ab und an abstrus, was heute so alles unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit veranstaltet wird. So z.B. der Kiss Cup, der am Wochenende in der Berliner Max Schmeling Halle stattfand. Es ging wohl um krebskranke Kinder oder so ähnlich, was aber eigentlich auch egal ist, denn es gab ja eine richtig dufte Party und das auch noch umsonst. Da lassen sich die Berliner nicht lange bitten, selbst wenn es um krebskranke Kinder geht. So kann man die Worte der äußerst ambitionierten Moderatorin zumindest interpretieren, wenn man es nicht so mit den krebskranken Kindern hat, aber wer hat das schon. Wichtig ist eigentlich nur, dass mal wieder alles an Halbprominenz rangekarrt wurde, was eben gerade nicht im Dschungelcamp, auf der Alm oder beim Promiboxen beschäftigt ist, um ein paar Körbe für die krebskranken Kinder zu werfen. Namedropping gefällig? Lotto King Karl, Lou Bega, MTV Patrice, irgendwelche ehemaligen Topmodel Kandidatinen und was es halt sonst noch so gibt, auf dem immer größer werdenden Markt der Prominenten. Um hier noch schnell den Hip Hop Zusammenhang herzustellen, Dean Dawson hat auch mitgemacht. Dean stand die Wohltätigkeit nicht mehr ganz so gut zu Gesicht, als er sich völlig zu Recht darüber aufregte, dass, der Schiedsrichter seinen selbstverständlich regelkonformen Monsterblock, gegen einen halb so großen und schweren Gegenspieler, tatsächlich als Foul ahndete. Zum Schirmherrn der ganzen Veranstaltung wurde mit überwältigender Mehrheit übrigens Rolf Eden gewählt, weshalb Kiss FM mit Rolf Eden telefonierte, woraufhin Rolf Eden tatsächlich den Hörer abnahm und sagte, dass es am Wochenende eher schlecht aussieht bei Rolf Eden, was zur Folge hatte, dass Rolf Eden dann auch tatsächlich nicht kam. Immerhin wurde ein Bild vom Schirmherren Rolf Eden aufgestellt, der im Geiste und mit dem Herzen der Veranstaltung natürlich trotzdem beiwohnte und zu allem Überfluss sogar noch selbstlos ein paar Euro locker machte. Was tut man nicht alles für ein paar krebskranke Kinder. Danke dafür an dieser Stelle. Nach der gut zweistündigen Moderation und einem Azad, sowie einem Frauenarzt Auftritt, ging es dann auch schon los mit der Wohltätigkeit, natürlich nicht, bevor der Teamkapitän der NBAs (Noras Basketball Asse), auf einem weißen Einhorn in die Halle geritten kam. Der Teamkapitän der Basty Bulls kam übrigens in einem motorisierten Rollstuhl in die Halle gefahren. Das wäre doch auch mal was, körperlich gesunde Promis, spielen ein bisschen Rollstuhl Basketball, um ein wenig Geld für körperlich nicht mehr ganz so Gesunde aufzutreiben. Die schönste Szene des Abends spielte sich allerdings ab, als die zuvor schon erwähnte Moderatorin, eine Mitarbeiterin der Gangway Organisation, die in Zukunft übrigens auch irgendwann, irgendwo, irgendetwas zu zugunsten von krebskranken Kindern veranstaltet(genaueres war den Worten der Moderatorin nicht zu entlocken), ab und Azad an moderierte.
"Yo Berlin, was geht ab? Habt ihr jetzt Bock auf ein paar krass, fette Beats? Stehst du eigentlich auch auf richtig fetten Rap? "Nein, eigentlich nicht." "Ach so, naja, das ist wahrscheinlich auch besser so. Hier ist für euch A. Z A. D"
"… das ist wahrscheinlich auch besser so", habe ich mir in diesem Moment auch irgendwie gedacht. Man hat es halt nicht leicht, schon gar nicht wenn man etwas Wohltätiges für krebskranke Kinder tut.
Sebastian
|