Man hat ja als Angehöriger respektive Sympathisant der Hip Hop Kultur immer so ein bisschen das Problem, dass man mit wahnsinnig vielen Vorurteilen zu kämpfen hat und sich eigentlich auch permanent für alles rechtfertigen muss. Warum das eigentlich so ist, weiß ich nicht, allerdings könnte es unter anderem daran liegen, dass selbst in seriös anmutenden Medien Hip Hop mit Dummheit gleich gesetzt wird. Es ist wirklich so. Folgendes Beispiel:
Die Webpräsenz der Zeitung "Die Welt" hat einen Artikel darüber veröffentlicht, dass es nun ein Gesetz zum Schutz der neuen Sprache geben soll und dazu passend eine Ausstellung in Bonn mit dem Titel "Man Spricht Deutsch". An sich eine super Sache, auch ich bin für die Stärkung und Erhaltung der deutschen Sprache losgelöst von behinderten Anglizismen und Verballhornungen. Sehr, sehr fragwürdig und definitiv grenzwertig finde ich allerdings diese einleitenden Sätze: "Soeben hat die CDU beschlossen, ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen. Als könnte das den sexistischen Rapper beeindrucken, dem nur Reime auf "Motherfucker" einfallen."
DER sexistische Rapper, welcher sprachlich selbstredend limitiert und dumm, sowie massiv und wissentlich am Abbau der deutschen Sprache beteiligt ist, stellt sich also per se gegen derartige Aktionen. Womöglich, weil Rap ja auch eine Kunstform ist, welche ü-ber-haupt-nicht auf die Vielfalt und Schönheit der Sprache angewiesen ist. Rap besteht des Weiteren ausschließlich aus Beleidigungen, Diskriminierungen und Vergewaltigungsfantasien, wie wir alle wissen. Ich möchte brechen. Außerdem möchte ich, dass sich ein Vertreter aus den Hip Hop Reihen dazu berufen fühlt, einen Track aufzunehmen, in dem er tatsächlich alles nur auf das Wort "Motherfucker" reimt, bei einer Titellänge von drei Minuten kann das nämlich durchaus zu anspruchsvollen Wortspielen führen.
Die Frage, warum man in der Bonner Sprach-Ausstellung übrigens nicht auch zeigt, was der Sprech(!)-Gesang mit dem gesprochenen Wort machen und welchen Einfluss ebendieser sowohl im positiven als auch negativen Sinne für das Deutsche haben kann, bleibt offen.
DIEZEIT 15.12.2008 Dann ist das halt so!! Ich meine soll die "Regierung" bzw. "Die Welt" doch sagen, machen oder den Rap so verstehen wie sie wollen. Können sie den Rap aufhalten?? Nein.. Es ist natürlich immer schade wenn man soetwas liest, aber diese Leute haben dann ja offensichtlich keine Ahnung von Rap. Also sollen sie tun was sie tun müssen. Diese Leute sollten uns egal sein. Solange die Leute, die auch Ahnung haben, wissen, dass Rap anders sein kann, als oben beschrieben, ist doch alles gut. Natürlich wäre es schön wenn der Rest der Nation uns nicht nur als kiffende Analphabeten und Hauptschulabbrecher sieht, aber das ist ja wohl das Bild, welches der kommerzielle Rap dem Zuhörer vermittelt. A la "Ich hab es geschafft und ich war in der Schule so schlecht wie keiner.." Wer sich wirklich mit der HipHop Szene beschäftigt wird auch auf gute Sachen stoßen bzw. ein großes Spektrum an Musikalität finden. Und auf deren Meinung sollte man was geben. Den Rest, finde ich, sollte man unter der Kategorie "Vorurteile" ablegen und drauf.. ääh.. scheißen. Ich wüsste also nicht warum ich mich vor irgendwem rechtfertigen sollte, dass ich Rap höre. Bei "motherfucker" fällt mir übringens der Redman track ein: "What the deal muh-fucka/chill muh-fucka" .. WKYA Radio :) YEEEAH Den Track werd ich mir jetze erstma geben :)
Mr. Myiagi 15.12.2008 YEEEAH du bist trotzdem nur genauso Pseudointellektuell wie der Verfasser des Artikels. Ich würde auf Motherfucker "Rüdiger" oder "Ak" reimen.
gold 16.12.2008 also im rap is es ja so, dass man erstma auf den putz hauen muss um überhaupt wahrgenommen zu werden.
aber ich denke nich, dass deshalb alle sexistischen
(ähhh??) rapper sprachlich beschränkt sind. vielleicht macht ja ein rapper, der zuerst ein scheinbar sexistisches lied mir dem titel mutterficker aufnimmt eine woche später ein positives lied, ein liebeslied oder so.
bei battlerap geht es eben um battlen. und da sagt man eben hässliche sachen. vielleicht sogar äußerst geschmacklose sachen....gerade wenn es um wortspiele geht will der rapper ja provozieren und durch krasse sprüche auffallen...das sollte man nich zu ernst nehmen. es ist halt rap. aber wem muss ich das sagen......
anno 16.12.2008 schon lustig, dass die webseite, auf der vor allem vollidioten ein portal bekommen nun sehr erbost ist, dass der falsche eindruck von rap besteht. wenn diese wissenschaftler zu bözemannn zeiten auf rap.de gegangen wären. was für einen rapper hätten sie da gesehen? was hätten sie da für einen eindruck von rap kriegen können? fragen über fragem
DRX 16.12.2008 ... das die Poesie der neuzeit eine 16 zeilige Strophe ist ...
guy incognito 16.12.2008 es sind Artikel/Blogeinträge (wie der oben von Lisa), die mich wünschen lassen, Rap wäre tatsächlich mehr wie Punk und würde nicht ernsthaft Wert auf die Meinung von Vollidioten legen. Mittelfinger hoch und fertig!