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weblog-artikel | Kanye West: Tabaluga meets Mad Max
Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen”
01.12.2008 - Kanye West: Tabaluga meets Mad Max
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Kanye West. Wir fahren zu Kanye West nach Hamburg. An einem Freitag. Mit Sektempfang für die geladenen Pressegäste. Ich muss sagen, dass die Schlüsselworte "Kanye West" und "Sektempfang" für mich absolut gereicht haben, um begeistert aufzuspringen und "Hier! Hier! Hier!" zu schreien. Dementsprechend erwartungsvoll und euphorisiert bin ich dann auch mitsamt dem König von rap.de, meinem Mitpraktikanten Max und S., dem geduldigen und vor allem Alkohol-resistenten Fahrer, in die Hansestadt aufgebrochen. Nach diversesten Verzögerungen (Tanken, Handy vergessen, Mitpraktikant irgendwo zwischen Kottbusser Tor und Hermannplatz verschollen, ausgiebiges Essen bei einer amerikanischen Fastfood-Kette auf Kosten des Chefs) erreichen wir endlich gegen halb Drei Uhr nachmittags das Loft unserer Freunde von Mixery Raw Deluxe, um ausgiebig Champagner zu trinken und uns halbnackt auf Eisbärfellen zu fläzen. Was man in Lofts halt so macht. Irgendwann dazwischen haben wir es dann tatsächlich auch noch geschafft, News zu schreiben und das Mok-Interview online zu stellen.

Gegen 18 Uhr geht es dann schon leicht angeheitert gen Color Line Arena zum VODAFONE MUSIC UNLIMITED (wir bekommen für Nennung von Markennamen übrigens kein Geld. Ich finde, das sollte sich ändern) Event. Riesige Menschenmengen versperren den Blick auf den ausgeschilderten Presseeingang und eine leicht gereizte Stimmung macht sich breit ("Was ist denn jetzt?" / "STELL MIR NICHT SOLCHE FRAGEN!!"). Eventuell liegt es auch daran, dass der Presseeingang eben nicht ausgeschildert ist, eine gefühlte halbe Stunde später sind wir dann aber doch drin und tragen Umhängekarten mit denen wir wichtig und wahnsinnig erotisch aussehen. Dort treffen wir auch wieder unsere Homeboys von Mixery Raw Deluxe sowie Toxik von hiphop.de. Letztere sind nicht so richtig unsere Homeboys, aber ihr wisst ja, wie das ist. An der Spitze ist es einsam und kalt, andererseits ist man auch näher bei Gott und manchmal fühlt man sich wie Moses, möchte den gewaltigen Berg hinabsteigen und rufen "Sehet! Ich trage die Weisheit in meinen Händen!"

Nun gut, da bin ich jetzt wohl etwas abgedriftet und sicherlich möchtet ihr viel lieber wissen, wie die kostenlos bereitgestellten Alkoholika im Pressebereich schmeckten. Ich werde es euch sagen: scheiße. Der Sekt ist zu süß und auch der Weißwein schmeckt nicht nach sonnigen Bergen im Moseltal, sondern viel eher nach kalt ausgeleuchtetem Regal bei Lidl. Direkt neben der Tetra Pack-Plörre für Einsfuffzich. Das war beim VODAFONE MUSIC UNLIMITED Konzert mit Xavier Naidoo im Admiralspalast besser. Das Essen hingegen ist ok. Ein bisschen. Gegen 21 Uhr fängt dann das Konzert an und der Cateringbereich wird geschlossen. Das ist fatal, denn so wird man dazu ermutigt, in zwei Stunden so viel zu Essen und vor allem zu Trinken, wie nur irgendwie geht, wenn man das Maximum rausholen will. Natürlich haben wir das getan und so verfolge ich mit glasigem Blick wie Kanye West in einer Art Astronauten-Top auf der Bühne steht und… Ich kann mir nicht helfen, aber er sieht absolut geisteskrank aus. Auf der mit diversen Riesenbildschirmen bestückten Bühne passiert nicht viel, außer dass Bilder von Farb-Explosionen und irgendwelchem anderen verrückten Scheiß gezeigt werden. Angeblich gab es auch eine Szene mit einem gewaltigen Drachen, der den guten Kanye "gefressen" hat und all das muss etwas an die Augsburger Puppenkiste erinnert haben, leider habe ich es aber nicht gesehen, denn ich bin irgendwann eingeschlafen.

Ja, ich bin bei einem Kanye West Konzert eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als unser grandioser Chefredakteur eine Reihe hinter mir stand und volltrunken irgendetwas geschrien hat. Später gab es dann noch etwas Action mit der Polizei, welche so endete, dass Herr Staiger die Color Line Arena in Hamburg nicht mehr betreten darf und womöglich sogar eine Anzeige wegen Sachbeschädigung bekommt. Aber vielleicht möchte er das auch selbst in seinem Blog etwas detaillierter erzählen und zwar hier (bitte klicken). Zusammenfassend ist zu sagen: es war langweilig und das erste Konzert bei dem ich tatsächlich eingeschlafen bin. Wenn Kanye West das wüsste. How disrespectful.



lisa


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Kommentare:
Toxik   01.12.2008
schön dass du dich in unsere lage versetzen kannst lisa :) auch wenn es hier einsam und kalt ist, freuen wir uns immer bei sponsoren finanzierten kurzurlauben mit den kollegen zusammenzutreffen

Die wundervolle Yasmin   01.12.2008
1:0 für Staiger. Zum Glück merkt man nicht, dass du absolut alkohol-affin bist. Wie unparteiisch von mir!

der schöne fu   14.12.2008
ohne, dass ich sagen könnte warum, hat mir dieser hier besonderen spaß bereitet.