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weblog-artikel | Iced Out Bankangestellte
Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen”
25.06.2009 - Iced Out Bankangestellte
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Heute bei der Newssuche fand ich eine der Überschriften, wie ich sie liebe. Auf seiner Internetpräsenz formulierte das Wiesbadener Tageblatt folgenden Sachverhalt: "Der Banker-Look ist 'out’ und Bling-Bling 'in’". Allein die Tatsache, dass die Begriffe "in" und "out" in Anführungszeichen gesetzt werden, als wären sie eine nicht weiter identifizierbare Wort-Spezies, von der man sich eigentlich distanzieren möchte, impliziert schon, dass dieser Text von einem der Redakteure geschrieben wurde, der aufgrund der anhaltenden Schweinegrippe erkrankten Mitarbeiter aus dem Kaninchenzüchter-Lokalteil ins Lifestyle-Ressort berufen wurde.

Ich fing also begierig an zu lesen. Innerhalb kürzester Zeit vermittelte sich mir das folgende Bild eines Bankangestellten-Daseins: Es ist früher Abend. Die Straßen sind verstopft, müde Familienväter und dynamische Karriere-Frauen trommeln genervt auf den Lenkrädern ihrer Autos herum und sehnen wahlweise ein kühles Bier oder ein warmes Entspannungsbad herbei. Nur die Banker haben ihre Büros noch nicht verlassen. Sie müssen sich erst auf ihren Eintritt ins öffentliche Leben vorbereiten. Das Dasein außerhalb des Bank-Komplexes. Gemäß der firmeninternen Rangordnung wird sich nacheinander auf die Toilettenkabinen verteilt und nahezu synchron entkleidet. Anzüge und Krawatten weichen versilberten Ketten und debil glitzernden Designer-Shirts, dezente Business-Schuhe werden gegen schillernde Sneakers aus der Kanye West-Kollektion eingetauscht.

Auszubildende, die keine Zeit haben, um darauf zu warten, endlich an die Reihe zu kommen, flüchten sich unter panischem Umblicken in Telefonzellen und transformieren sich dort Superman-like in eine Person des öffentlichen Lebens. "Bis zum letzten Herbst hat es mir nichts ausgemacht, als Banker erkannt zu werden. Es ergaben sich dann oft interessante Gespräche", sagt Bankkaufmann Max Schulze und irgendwie kann man sich sehr gut vorstellen, dass ihm im Anschluss an diese Worte ein eiskalter Schauder über den Rücken rinnt. "Aber jetzt erwische ich mich dabei, wie ich mich nicht mehr so offen zu erkennen gebe. Ich will anstrengenden Diskussionen über Raffgier, Boni und Abzocke entgehen. Anstatt nach der Arbeit mit Krawatte und Sakko in den Biergarten zu gehen, ziehe ich mich heute lieber um."

Wie Weltwirtschafts- und Bankenkrise am Nervenkostüm unserer Bankangestellten rütteln, treibt uns sicherlich allen die Tränen in die Augen. Zu Recht! Beim Weltfinanzgipfel in London wurde den Teilnehmern sogar empfohlen, sich keinesfalls in Business-Kleidung zu hüllen und somit Angriffen durch Aktivisten vorzubeugen. Diese Angst führt zu dramatischen Verkaufseinbrüchen im Anzug-Gewerbe, während vermeintlich trashige, mit den "Insignien der Unterschicht" spielende Marken wie Ed Hardy und Picaldi wirtschaftlich so gut dastehen wie nie zuvor. Trotzdem gibt Oliver Bachmann, Mitarbeiter der mir bisher unbekannten Zeitschrift "TextilWirtschaft" zu bedenken: "Es sind natürlich nicht immer die gleichen Leute, die jetzt keine Anzüge mehr kaufen und auf diesen Style umsatteln. So schnell geht das nicht."

Schade. Ich hatte mich schon auf Iced-Out Schalterpersonal mit Grillz gefreut.



lisa
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Kommentare:
Biene   25.06.2009
Lisa,ich liebe dich!Das ist sehr unterhaltsam,was du da geschrieben hast!

hirty darry   25.06.2009
würdest du "volksempfänger" auch in anführungszeichen schreiben? wenn ja hat sich dein "blog" ja erledigt...

hoho   26.06.2009
lisa, es gibt immer leute die über etwas reden das sie nicht verstehen, so z.b. du... so sei dir der samy deluxe - westerwelle vergleich verziehen, auch wenn er der wahrlich ungeschickteste vergleich den du dir hast aussuchen können. fettnäpfchen halt. aber der wille zählt.

Drx   29.06.2009
also richtig geil wäre ja ne quelle wo man kurz mal nachlesen kann worauf du dich mit dem nonsense da beziehst ... worum gehts in dem artikel?!? der dein phantasie so zu beflügeln scheint, oder vermischt hier jemand fiktion mit tatsachen ? ... wieder mal ein gipfelpunkt deutscher journalistik!

lisa   29.06.2009
Lieber Drx. Die Quellenangabe befindet sich direkt im zweiten Satz. Das war ja mal wieder ein Gipfelpunkt deutscher Lesekompetenz.

Drx   08.07.2009
grmpf warum stolper ich da jetzt erst wieder drüber ?!? ... naja wirst wohl eh nicht mehr lesen, aber mit quellenangabe ... auf die internetpräsenz des wiesbadener tageblattes verweist, OHNE einen link anzugeben ... ist dies keine quelle auf die man sich beziehen kann! klar finde ich das über google selber, aber ist das leser service ? sollen deine leser nur dein resüme aus dem text lesen ? muss son bsp mal wieder bringen :( wenn ich meinen Kunden eine bewertung zu einem thema schicke, dieses thema aber nicht mit anhefte, sondern der kunde nur die nackte bewertung bekommt mit dem verweis, hier das finden sie dort und dort, also so grob, müssen sie mal bissel eigeninitiative zeigen... schmeisst er diese sofort weg. ist etwas äpfel mit birnen, da ich ja hier freiwillig herkomem und meine kunden das von mir erwarten. der anspruch das wir beide unsere arbeit zur zufriedenheit der kundschafft erledigen, ist doch vorhanden. ist auch etwas korintenhaft, aber ist es so ein problem mal die links auf die ihr euch bezieht mit zu posten ? einfach aus service gründen.