Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen” Journalistisch wertvolle Beiträge von den fabelhaften Menschen der rap.de-Redaktion.
30.04.2010
Porno OG weist Weg zum G Punkt.
Dem ein oder anderen fällt es sicher nicht immer ganz leicht sich öffentlich zu bekennen, dass ihm Mr. Marcus aus Filmen geläufig ist. Doch als Dirty South Kenner kann man immer noch sagen ...Hey das ist doch der Typ, der auf dem David Banner Longplayer "Mississippi the Album" mit drauf war, obwohl keiner so richtig weiß, warum eigentlich? Doch die Begründung ist ganz einfach: Neben erfolgreichen Hardcore Porno-Produktionen, unter anderem auch in Snoop Dogg's Doggystyle, beschäftigt sich der nun mehr 39 Jährige Marcus seit geraumer Zeit mit Rap-Produktionen. Seit 2003 ist der Pornoveteran nun offiziell bei Big Face Entertainment gesigned und taucht nun regelmäßig auf Labelchef Banner's Soloalben als Featuregast auf. Gerüchten auf der Straße folgend, steht da demnächst auch ein Album an.
Ab 22. Juni 2010 soll nun die Veröffentlichung seines neustes Werkes anstehen. Dabei handelt es sich allerdings weder um einen heißen Streifen noch um eine weitere musikalische Darbietung - Nein. Diesmal geht es um das Buch "The Porn Star Guide To Great Sex". Damit möchte der Experte laut www.ballerstatus.com dem gemeinen Bürger mit guten Ratschlägen zu einem besseren Sexleben verhelfen. Eine exklusive Leseprobe des leicht Biografisch angehauchten Ratgebers bietet ebenfalls ballerstatus.com an, darin heißt schon mal:
"Some of the best sex induces a sense of vulnerability, a permissiveness that allows your lover unlimited access to your erogenous zones and G-spots and pressure points and nether regions. She's spreading her legs, letting you lick her here, sucking you there, fondling and fingering and whispering your name. You are a part of her, and her you. She's yours to do what you will—as long as you do it right.”
Ob sich die Ratgeberskills von Marcus als genau so dürftig erweisen wie seine Skillz am Mic, das werden wir Euch mitteilen, wenn wir das Buch gelesen oder vielmehr verschlungen haben. Schließlich haben wir diese Tipps mehr als nötig.
Die Woche neigt sich bereits wieder ihrem Ende zu und ja, wir haben uns seit längerem nicht mehr mit den aktuellen respektive neuesten Musikvideos aus der HipHop-Welt gemeldet. Dafür haben wir großartige Interviews geführt, vieldiskutierte Reviews geschrieben und Euch ganz nebenbei auch noch über die neusten Entwicklungen im Falle Guru auf dem Laufenden gehalten. Man möge es uns also verzeihen.
Mit wem fangen wir an? Natürlich mit Kay One. Der hat in den vergangenen paar Tagen ganze zwei Videos veröffentlicht, die zwar einen durchaus unterschiedlichen Sound haben, inhaltlich aber gar nicht mal soooo weit auseinander liegen. Primär geht es nämlich darum, dass der gute Kenneth Glöckler jede Frau kriegen kann, die er will. Warum? Weil er berühmt ist und viel Geld macht. Video Nummer Eins greift das gleich auch im Titel auf, allerdings fragen wir uns ob wir die Einzigen sind, die bei "Style & Das Geld" gewaltige Parallelen zu "Mit Dem BMW" von Fler sehen.
Im zweiten Clip macht sich Kay One ebendiese Attribute zunutze, um ordentlich Bitches abzuschleppen und landet mit der ersten Single aus seinem kommenden Album "Kenneth Allein Zuhaus" irgendwo zwischen den Ärzten auf Autotune und guter alter Schlagermucke. Da beide Videos nicht eingebunden werden dürfen und wir nicht verklagt werden wollen, verlinken wir das jetzt einfach nur. "Style & Das Geld" zusammen mit Bushido gibt es HIER, "Ich Brech Die Herzen" könnt ihr euch HIER angucken.
Nach all dem auf dicke Hose machen kommen wir nun zu Künstlern, die wirklich dicke Hosen tragen: urbayerische Lederhosen nämlich. Zwar handelt es sich hierbei um die fünfhundertste Neuversion des sido-Songs "Mein Block", die schuhplattlernden Jungs von Rainer Von Vielen geben der Eingangspassage ebendieser Berliner Raphymne allerdings eine vollkommen neue Note. Schnupftabak statt Kokain. Ziehharmonika statt DJ Decks. Finden wir gut.
Das letzte Video, das wir Euch heute zeigen wollen, kommt deshalb am Schluss, weil es unfassbar krass und verstörend ist. "Born Free" heißt der Track von M.I.A. und im Clip dazu werden rothaarige Jugendliche von offensichtlich staatlich beauftragten Einsatzkräften brutal gefangen genommen und über ein Mienenfeld gejagt. Man weiß nicht warum und das wird auch nicht aufgeklärt, trotzdem sollte man das neunminütige Video in jedem Fall gesehen haben.
Jimi Blue ist nicht nur wahnsinnig erfolgreicher Teenie-Rapper und BRAVO-Günstling, sondern auch Schauspieler. Das sogar noch erfolgreicher, als sein Musiker-Dasein. Die Ochsenknechts sind nämlich abgesehen davon, dass sie alle sehr verrückte Namen tragen, eine echte Schauspielerfamilie. Was liegt also näher, die zwei großen Karrieren, HipHop und Schauspiel, zusammen zu bringen und einen Film über einen selbst als Rapper zu machen? Hat bei Eminem ja auch ganz ordentlich funktioniert.
Die nächsten Wochen dreht Jimi Blue Medienberichten zufolge in Frankfurt. "Homies" soll der Streifen heißen, der von einem reichen Jungen handelt, der einfach mal raus möchte. Raus aus dem behüteten Heim, raus aus dem goldenen Käfig. Endlich mal was erleben!
In der Pressemitteilung liest sich das wie folgt: "Marvin, der aus einer wohlhabenden Familie kommt, fühlt sich in seinem Leben missverstanden und ungeliebt. Er sehnt sich nach Anerkennung und Respekt. Er lernt Rap-Legende D.W. Court (Günther Kaufmann) kennen, der ihn zu genau den Leuten bringt, die er immer gesucht hat."
Jetzt ist natürlich die Frage: Was für Leute hat "Marvin" immer gesucht? Perspektivlose Drogenticker und Banger aus der Nordi, die ihren Frust in Musik verpacken? Und was noch viel wichtiger ist: Haben die auf "Marvin" gewartet, der nach allgemeiner Straßendefinition dann doch eher ein Opfer ist? Können sie ihm die Liebe geben, die er in seinem reichen Elternhaus so vermisst? Ich rate mal: Nein.
Wahrscheinlich gestaltet sich der Film allerdings, wie bereits von urbanen Ochsenknecht-Jugendproduktionen wie "Gangs" gewohnt, eher unrealistisch. Es gibt brennende Mülltonnen, Kampfhunde und jede Menge bedrohliche Blicke, die nach kurzer Zeit in respektvolles Zunicken umschwenken. Weil "Marvin" ganz ganz bestimmt ein krasses Raptalent ist und die ghettoansässige Picaldi Jugend mit seinem Lacoste-Hemd skills-technisch so richtig fickt. Und während der gesamten Laufzeit des Machwerks kommt von irgendwo her treibende, pumpende, düstere aber auch Hoffnung machende Musik. Wahrscheinlich von Jimi Blue selbst.
Ich möchte "Homies" unbedingt sehen. Leider kommt er erst 2011 ins Kino. Trauer.