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Staiger - “Der reale Scheiß aka The Real Shit”
Staiger guckt und schreibt.
01.12.2008
Kanye West: Tabaluga trifft Mad Max
Tag 3 nach dem kostenlosen Vodafone Konzert von Kanye West in Hamburg und ich werde meine Tage nun nur noch so benennen. Eine neue Zeitrechnung hat begonnen.
Nein natürlich nicht, aber ich bin immer noch euphorisch, denn im Gegensatz zu allen anderen, anwesenden Journalisten fand ich die Aufführung von Kanye im Wunderland: HERR-VOR-RAGEND!!!!!

Das Glow in the dark Konzert von Kanye West war kein Konzert NEIN das war eine Rock Oper. Nach den ersten 10 Minuten dachte ich noch: Ziemlich langes Intro. Nach weiteren 5 Minuten habe ich dann festgestellt: Hey wir sind schon mitten drin. Und ab da fand ich’s geil.

Das Ding ist. Das war nicht perfekt. Das war jetzt gar nicht die überkrasse Show mit der ausgeklügeltster und modernsten Technik. Ich denke, da ist noch viel, viel mehr drin. Das Ganze hatte eher ein bisschen den Charme von Tabaluga und Raumpatrouille Orion. Auch der Begriff Augsburger Puppenkiste fiel in diesem Zusammenhang. Und ich muss sagen. Die Leute haben recht. Das sah streckenweise wirklich aus, als hätte man in den 80er Jahren versucht Flash Gordon und Mad Max auf die Bühne zu packen, mit der damals vielleicht noch revolutionären Diashowtechnik / ABER im Gegensatz zu allen anderen, die das billig und whack fanden, fand ich das GENIAL und ich behaupte steif und fest, dass das gewollt war.

Kanye West inszenierte sich als gestrandeter Astronaut und die gesamten 2 Stunden passierte tatsächlich nicht viel mehr, als das er in dramatischen Posen verharrend unter wechselndem Licht seine Texte performte. Mal zeigte sich das Firmament voller Sterne, mal flogen sie in Lichtgeschwindigkeit über ihn hinweg, dann verwandelte sich das gesamte Bild in einen Wüstenplaneten. Zwischendurch sprach Herr West mit einer sexy Computerstimme, die ihn als den biggest Star in the Universe bezeichnete. Außerdem versprach ihm die Stimme, dass sie ihn bald nach Hause bringen würde, worauf ein Freund neben mir aufstöhnte und meinte, dass das nicht unbedingt notwendig sei.

Zwischendurch als es dann ganz profan hieß "I need pussy" verwandelte sich der Rechner auch in die hologrammartige Darstellung einer Frau, die wie die Synthese aus Jennifer Lopez und Beyoncé aussah. Unfassbar billige Idee. Trotzdem großartiges Bild!!!!

Höhepunkt war mit Sicherheit der künstliche Drache. Die Stelle in diesem Musical, wo es wirklich wie "Jim Knopf trifft Frau Mahlzahn" wurde und der Effekt, der suggerieren sollte, dass der Drache den armen Sternenbummler auffrisst wurde folgendermaßen realisiert: Die Bühne wurde abgedunkelt und Kanye West verschwand für kurze Zeit hinter dem Drachenkopf. Dann war er weg. Dann wurde die Bühne heller. Dann dunkler und Kanye kam an einer anderen Stelle wieder auf die Bühne. Yo. Magic!

Und ihr denkt, ich mache mich darüber lustig, aber das ist nicht so. Das ist zwar unheimlich billiges Theater aber das Ding ist: Jeder weiß, was damit gemeint ist. Das ist wie wenn sich einer Wasser über die Augen laufen lässt und "Wäääääääääääääääääääh" macht. Dann weiß auch jeder, dass das Weinen darstellen soll.

Insofern habe ich es auch gefeiert, dass er sich manchmal verrappt hat und wieder anfangen musste. Seine Begleitband sah man die ganze Zeit überhaupt nicht, weil sie im Orchestergraben verschwunden war (wie in einer richtigen Oper). Nur manchmal wurde sie nach oben gefahren, war dann aber nur als Schattenriss erkennbar und man konnte erkennen, dass die Musiker Arbeitskleidung und Schweißermasken trugen. Das mag vielleicht arrogant erscheinen, ABER Kanye ist der Star. Um ihn dreht sich die ganze Inszenierung. Alles andere ist nur niederes Beiwerk.

Wisst ihr, wenn das alles von einem Menschen gemacht werden würde, der keinen Erfolg hat, dann wäre das hochgradig peinlich, auch die Tatsache, dass er überhaupt nicht singen kann und völlig neben dem Ton rumnölte, bei den Passagen, wo kein Autotune eingesetzt wurde. Aber aufgrund der Tatsache, dass hier ein Multimillionen Dollar Künstler gerade seine gesamte Karriere aufs Spiel setzt und wirklich nur das macht, worauf er Lust hat: DAS IST GENIAL. Das ist wirklich die künstlerische Freiheit, von der Curse in seinem Interview mit rap.de träumt. Das ist wirklich "sein Album "Tomatensalat" nennen".

Dazu passt natürlich auch die Geschichte, dass Kanye auf die Frage eines Journalisten "ist dein neues Album eine Parodie" wutentbrannt aufgestanden ist und sämtliche Interviews wegen "Disrespect" absagte. Diese Geschichte erzählte er denn auch sehr, sehr ausführlich auf der Bühne, woraufhin ich ihn hemmungslos beschimpfte, weil ich so ein Verhalten echt drecksaumäßig finde und ich diese Arroganz amerikanischer Künstler vollkommen zum Kotzen finde / ABER das passt natürlich zu diesem vollkommen überdrehten und tatsächlich geistesgestörten Bild, das sich mir während der 2einViertelstündigen Show bot.

Und das meine ich ernst. Der Mann ist krank, aber das auf eine unfassbar geniale und verrückte Art und Weise, dass ich mir nicht anders zu helfen weiß, als mich vor dieser Künstlerpersönlichkeit zu verneigen.

Nach dem Konzert war ich dermaßen aufgeputscht, dass ich erst mal die über Kopf hängenden Wegweiserschilder mit meinem Fuß berühren musste. Das gelang mir auch und erregte den Unmut der Sicherheitskräfte. Als ich dann anschließend vollkommen unabsichtlich und überraschend in einen Schaukasten der Colour Line Arena stolperte ploppten plötzlich 5 Ordner um mich aus dem Boden und plötzlich war sogar die Polizei da.

Großartiges Konzert. Hausverbot. Sachbeschädigung. / Ich würde sagen, der Abend war ein voller Erfolg.

Wer eine schlechte Review des Konzerts lesen möchte, der kann auf diese HATER Seite gehen und sich den disrespectfull Scheiß reinziehen.

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14.11.2008
politischer Rap
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift spex habe ich folgendes Interview gefunden mit Matthew Herbert, einem Big Band/Jazzmusiker und ehemaligen Houseproduzenten, der sich mit politischer Musik beschäftigt. "Lässt sich die Welt mit Musik verbessern oder wird sie uns bloß den Untergang versüßen?" ist die zentrale Frage.
Vorgespielt wurden im verschiedene Musikstücke, unter anderem auch "Black President" von Nas.

Matthew Herbert: Das überzeugt mich gar nicht. Es klingt genauso wie der ganze moderne Charts-R&B heutzutage - Musik auf der Basis von Eighties-Synthiekitschmelodien, in der fortwährend nur über Clubs und Girls gerappt wird.

spex: Nas hätte sich einen Beitrag zum US-Wahlkampf also besser verkniffen?

Matthew Herbert: An einem Song, der Stellung bezieht, ist per se ist erst mal nicht schlechtes, aber Black President ist kein politischer Song. Er hätte es sein können, wenn Nas die Botschaft des "Change" wörtlich genommen und avantgardistische Musik dazu komponiert hätte. [...]
Interessanterweise sind aber alle Obama Songs ziemlich cheesy - es scheint heutzutage in Amerika unmöglich zu sein, Aufbruchstimmung ohne Kindechöre und anderen Mist zum ausruck zu bringen.

spex: Nas fragt in dem Song, ob Obama "real" bleiben wir - oder ob er als Präsident die Hoffnungen der Schwarzen entttäuschen wird.

Matthew Herbert: Das finde ich interessant, denn dieselbe Frage könnte man natürlich auch Nas und allen anderen Hip Hop Stars stellen: Es ist doch in den meisten Fällen so, dass sie, sobald sie ein bestimmtes Maß an Prominenz erreicht haben, zu unerträglichen Wichtigtuern werden und ihre Ziele von einst völlig vergegssen.

Word to the muther!!! Würde ich sagen.

Neuen Blog lesen, auf myspace.com! Bisschen melancholisch aber dope wie immer!

und weil diese verfickten links hier immer noch nicht funktionieren gibt es die ganze adresse:
http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendID=158048991&blogID=448288905

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28.10.2008
folge deinem traum: über die bankenkrise, the roots und manuellsen
der neue blog auf meiner myspace seite ist online.

leider kann ich das hier in diesem scheiß eingabe feld nicht richtig verlinke. deshalb so:
http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendID=158048991&blogID=444441133

es geht um das thema, dass man seinen träumen folgen soll. natürlich, weil nur tote fische mit dem strom schwimmen, wozu wiederum diese geniale video des künstler mozee passt



beachtet bitte vor allem die grüße an die bürger von neupotz im abspann des videos.


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