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weblog von Staiger
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Staiger - “Der reale Scheiß aka The Real Shit”
Staiger guckt und schreibt.
28.01.2009
my president is black
In meinem letzten Blog auf myspace habe ich mich dahingehend geäußert, dass ich den Obama Hype in Deutschland ein bisschen wie virtuelles altpapiersammeln finde. Also man fährt so rum, mit seinem Auto und stellt sich vor, dass man Altpapier sammeln würde und das hält das alles dann für ausreichend angewandten Umweltschutz. Genau so gut hätte ich aber als Beispiel jene Menschen nehmen können, die in der Hängematte unterm Che Guevara Poster die ganze Zeit kiffen und das dann für die Revolution halten. Genau so ist es eben auch, wenn man am Brandenburger Tor Change schreit und das dann für angewandte Politik hält. - Nein. So einfach ist es dann leider nicht.

Allerdings habe ich mich niemals dahingehend geäußert, dass ich mich über einen schwarzen US Präsidenten Barack Obama nicht freuen würde. Das tue ich definitiv und ehrlich gesagt, wenn ich an den Titelblättern vorbeilaufe und ihn in den Zeitschriften sehe, dann ist das schon ein bisschen Gänsehaut: Ein Schwarzer als US Präsident. Mann, das ist schon ein bisschen Geschichte, was wir da miterleben. Das meine ich sogar ernst.

Aber im Endeffekt ist es auch egal, was ich dazu denke, da meine Meinung immer weniger zählen wird als die von Jim aus Texas, der alle Schwarzen hängen sehen möchte, denn im Gegensatz zu mir, hat er in den USA Wahlrecht und kann darüber entscheiden, wer im weißen Haus sitzt.
Aber was ich dann wiederum kann ist Euch kurz zusammen zufassen, wie die amerikanische, weiße Öffentlichkeit auf den neuen Präsidenten einsteigt.

Als da wäre Fox News, der erzkonservative Sender, des Mediengiganten Ruppert Murdoch, der wie überall bekannt sein dürfte, im letzten Jahr auch myspace aufgekauft hat.
Fox News besitzt mit Bill O'Reilly einen Moderator, den man guten Gewissens als die Speerspitze des rechten Amerika bezeichnen darf. Vielleicht ist er auch das Gewissen der Südstaaten oder die hinter vorgehaltene Meinung des mittleren Westens, auf jeden Fall scheinen sich die Angriffe auf Obama nun, nach dessen Wahl auf sein unterstützendes Umfeld zu verlagern. Den demokratisch gewählten Präsidenten der USA darf man schließlich nicht mehr persönlich angreifen, als patriotischer Sender, und deshalb kommt man jetzt durch die Hintertür.

Direkt am Tag nach der Amtseinfürung Obamas, gab es dien Beitrag von O'Reilly auf Fox News:



Man beachte den rhetorischen Trick, wie sich O'Reilly darüber aufregt, dass Obama NICHT auf diese Art der Unterstützung reagiert und Jay Z und Young Jeezy nicht in ihre Schranken gewiesen habe.
Man beachte auch wie schön O'Reilly die Worte Young Jeezy ausspricht. Mit wie viel gönnerhafter Verachtung.
Und man beachte, wie scheiße und gleichzeitig unterhaltsam das alles ist.

Dann gab es wenige Tage später einen Fox Beitrag, der ebenfalls vor moralischer Empörung schäumt. Wahnsinnig schön.



Das Ding ist einfach: alle wünschen sich natürlich, dass die Rassenfrage überwunden ist, vor allem die Weißen. Am liebsten würden sie Schluss machen mit dem Kapitel, so nach dem Motto: "Hey. Ok wir haben Euch 400 Jahre lang verarscht, aber jetzt ist ja gut. Lass uns das Kapitel beenden und jetzt fangt ihr doch bitte nicht an mit der Scheiße!" - Das ist ein bisschen lustig.

Ebenfalls lustig ist dieser Film über die Äußerung von Larry King, der in seiner Talkshow sagte, dass sein 8-Jähriger Sohn jetzt gerne schwarz sein würde, wobei die Kommentatoren die berechtigte Frage aufwerfen: Wann wollten weiße Teenager jemals nicht schwarz sein?



Was schwarze Teenager allerdings wiederum so alles tatsächlich in ihrem Alltag erleben dürfen, das sehen wir hier, auch wenn das Tragen von Obama Shirts eher an eine Art Popstarhype erinnert. Aber schließlich wurde auch Wir sind Papst bei uns ähnlich gefeiert, auch wenn das Papst Benedict Poster in der BRAVO deutlich beschissener war als das Obama Poster. Vielleicht war das dann auch der Grund für ein ominöses T-shirt Verbot in South Carolina.



Ganz anders und betont kreativ in der Ausschlachtung der Obamania zeigten sich übrigens New Yorker Dealer, die ihre Drogenpäckchen mit folgendem Bezeichnungen versahen. It's Blue Magic.

Ähnlich hübsch sind denn auch die neuen Puppen der Firma Ty Inc. Mit den Namen "Sweet Sasha" and 'Maverlous Malia", die natürlich nur rein zufällig die Namen der Präsidententöchter tragen. Natürlich.

Ach ja und zu guter Letzt: Young Jeezy reagierte auf den O'Reilly Diss mit folgenden Worten:

"I never ever paid attention to any election. I was not really [into] politics or anything like that. It never benefited us. This time around, it’s not a black-or-white thing — you got somebody in there for us that’s well-spoken and gonna handle their business. I just wanted to do my part and let them know we need change, we need help, it’s rough out there.
It’s crazy, man, just to see the energy, just to see the support. All these millions of people are here for one cause. Everybody is out here. I got a couple of homies who drove from Atlanta, who flew in from Atlanta. The kids are out here. The clubs are crazy, the parties. It’s big.


Und dann kündigte er einen Remix von "my president is black" an mit noch mehr Featuregästen außer Jay Z und außerdem sagte er gegenüber dem XXL mag, dass er sich vor niemanden verstecken müsse und "At the end of the day, you're dealing with cats who think that we as young black men don't know what it is we do. We entrepreneurs, we came from nothing. If you gotta mispronounce my name to try to be funny and you got a Harvard or whatever education you got, then you're really showing how ignorant you are."

In diesem Sinne: My Bundeskanzler is a ….




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04.01.2009
Zweitverwertung

Diesen Blog habe ich in der letzten Woche auf meiner myspace Seite veröffentlicht. Mehrere Menschen aus mehreren Führungsetagen haben mich gebeten, diese Schriftstücke zweitzuverwerten im neuen Jahr. Diesen Wünschen komme ich nun nach.
Wer den Text schon gelesen hat, der weiß, was er zu zun hat. Einfach nicht lesen - richtig!
Kommentare mit dem Hinweis, dass der Text letzte Woche ja schon auf meiner myspace Seite zu finden war, sind... trotzdem herzlich willkommen.

Der Blog erschien in der Kategorie: Mode, Style, Einkaufen. Zu Recht!

Der Titel lautete: Angst und brennende Sorge!

So Freundinnen und Freunde,

Jahresende und all der Quatsch... ja, ja ihr wisst bescheid und jetzt kommen wieder die ganzen Typen mit ihren rührseligen Geschichten und wollen einem erzählen, wie sinnlos das Ganze ist, wie oberflächlich die Welt und dass es ja eigentlich um die wahren Werte geht wie Liebe, Gesundheit und Familie.

Die unangenehmste Erfahrung, die ich in dieser Hinsicht jemals gemacht habe, war 2001 als die Türme eingestürzt sind und mir mehrere Mitarbeiter von Plattenlabels, Werbeagenturen und Vertrieben mitgeteilt haben: 'Und dann bin ich erst mal nach Hause gefahren zu meiner Freundin. Da habe ich erst mal festgestellt, wie sinnlos das Alles ist, was wir hier machen und da habe ich festgestellt, dass es echt wichtigere Dinge im Leben gibt."

Hallo?!

Dafür müssen also erst mal 3015 Menschen sterben, dass ihr so etwas merkt. Dafür muss es erst mal wieder Weihnachten werden, dass man so etwas denken kann. Ich meine, das wissen wir doch eigentlich jeden Tag. Natürlich ist das Schwachsinn, was wir hier machen und Schwachsinn, was die meisten von uns arbeiten und selbst bei den großen Investmentbanken arbeiten die meisten Menschen für den Mülleimer und selbst, wenn sie es nicht tun, dann arbeiten sie im Endeffekt nur dafür, dass ihre Investmentbank noch mehr Geld verdient und irgendeine große Maschine frisst dann wieder dieses Geld oder vermehrt es und der Ofen brennt und wir müssen nachschippen, damit es brennt und es brennt, muss brennen, die ganze Zeit (großartiges Video an dieser Stelle übrigens. Schaut euch mal diese Band aus den 90ern an. KLF verbrennen ein Million PfundSterling, live und in echt und in Farbe! )

Was ich damit sagen will: Die Maschine läuft auf vollen Touren / aber sinnvoll? Sinnvoll ist das nicht.

Sinnvolle Arbeiten sind vielleicht tatsächlich so etwas wie Bauer sein. Oder Bäcker, obwohl die Backfrauen bei Kaisers auch nicht gerade so aussehen, als wären sie sich ihrer Wichtigkeit bewusst / und trotzdem...

Trotzdem arbeiten die Backfrauen jeden Tag hinter ihrer Theke und trotzdem machen wir, was wir machen und natürlich finde ich meine Tätigkeit wichtig.

Weil nachdem der Mensch gegessen hat, nachdem er sich angezogen und gekleidet hat und wenn es ihm einigermaßen gut geht, körperlich und seelisch, dann verlangt es den Menschen nämlich nach mehr. Dann will der Mensch nämlich so etwas wie Kultur erfahren. Dann braucht der Mensch etwas, was ihn seelisch aufrichtet, was seinen Geist anregt, womit er sich beschäftigen kann, abseits der Frage, wo kriege ich mein nächstes Essen her.

Und deshalb mache ich, was ich mache und obwohl ich mich gerne darüber lustig mache, halte ich persönlich meine Tätigkeit für wichtig, und deshalb halte ich die Arbeit von einer Menge anderer Leute für wichtig, auch wenn diese nach dem 11. September oder zu dieser Jahreszeit anscheinend gerne Fischer in Neuguinea wären / was aber sowieso gelogen ist.

Und deshalb ist das hier trotz allem wieder so etwas wie ein Hirtenbrief eines Bischofes oder um es noch theatralischer zu machen. Das hier ist der erste Brief an die Korinther des heiligen Paulus: 'Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts."

Liebe Gemeinde.

Ich schreibe euch heute mit brennender Sorge. Ein Gefühl beschleicht mich. Es erfasst meinen Brustkorb und legt seine eisigen Finger an mein Herz. Liebe Gemeinde. Ich habe angst.

Zum ersten mal seit Jahren stellt sich bei mir eine Furcht ein, die ich so noch nie gespürt habe. Ich habe angst um Hip Hop. Ich habe angst um Hip Hop im allgemeinen und um Hip Hop in Deutschland im besonderen.

Alle, die sich von diesem Thema nicht angesprochen fühlen, verabschiede ich an dieser Stelle und wünsche ihnen schon einmal ein gesegnetes Fest, was immer ihr auch feiert und einen guten Rutsch, weil ähnlich wie ein Hirtenbrief nur für Katholiken gedacht ist, so ist auch dieser Brief ein bisschen für den inneren Zirkel und so quasi ein internes Rundschreiben an alle Mitarbeiter im Hause Hip Hop.

Diejenigen aber, die es betrifft und die sich auch nur ansatzweise mit Hip Hop beschäftigen, die sollen gefälligst da bleiben und sich das mal anhören.

Gestern Abend war ich auf einer Party und irgendwann mal wurde ich gefragt, was ich denn eigentlich so mache. Das waren so Leute, die so normale Berufe hatten. So Bankangestellte, vielleicht auch ein bisschen diese Elite, von der ich schon mal geschrieben habe. Jungs und Mädchen aus gutem Hause, mit Studium und glänzenden Aussichten. Könnt ihr euch vorstellen, wie ich mich gewunden habe, als ich angefangen habe darüber nachzudenken, was ich denn eigentlich mache? Ich bin Chefredakteur einer Internetplattform, die sich mit Hip Hop beschäftigt. Ich bin Chefredakteur, der wichtigsten deutschen Hip Hop Seite. Ich mag diesen Job. Ich mache das richtig gerne. Ich schreibe gerne und ich mag, trotz allem immer noch Hip Hop. Aber als ich plötzlich erklären musste, dass ich mich mit Hip Hop beschäftige, dann war mir das.... peinlich. Es tut mir leid. Ich schäme mich fast dafür, dass es so war und im Grunde meines Herzens fühle ich mich auch wie ein Verräter aber trotzdem und ich sage es noch mal: Es war mir peinlich. - Warum?

Ehrlich. Ich hasse mich dafür, dass ich so fühle und ich hasse die meisten auch dafür, dass sie so verächtlich die Augenbrauen hochziehen und mitleidig lächeln, wenn sie die Worte Deutschrap und Hip Hop aus Deutschland hören ABER .... ich kann es nachvollziehen.
Ich kann es nachvollziehen und muss darüber nachdenken, warum das so ist und warum ich es nachvollziehen kann.

Freundinnen und Freunde. Es geht um Relevanz. Es geht darum, dass wir wieder wichtig für die Leute sein müssen. Irgendetwas ist in den letzten Jahren verloren gegangen und Hip Hop hat den Kontakt zu den Menschen verloren. Wenn ich lese, dass EPMD mit ihrem neuen Album so gut wie nichts verkauft haben und ihr ehemaliger Partner DJ Scratch auf HipHopDX ein Statement hinterlässt, dass sich so anhört: 'So all we ask is to support our Legends and go out and buy the new EPMD, Wu-Tang, LL, Diamond D, Q Tip, Busta, DJ Quik, Pete Rock and Large Professor albums. Because at the end of the day.. The fans make us or break us.” Dann denke ich mir: Das ist alles scheiße! Das interessiert keine Sau. Warum muss man die Leute dazu aufrufen, ihre Helden zu unterstützen, wenn es offensichtlich niemanden interessiert. Man muss niemanden zur Unterstützung aufrufen, wenn diejenigen den Nerv der Zeit treffen. Wenn diejenigen wirklich relevant sind. Wenn diejenigen wirklich etwas zu sagen haben und vor allem, die Dinge so sagen, dass Millionen Menschen sagen: 'Yo. Genau das Gleiche habe ich mir auch gedacht. Die treffen den Nagel auf den Kopf.'

Offensichtlich tun das EPMD mit ihrem neuen Album nicht. Offensichtlich tun das Wu Tang, LL, Busta, Redman, Large Professor und all die anderen schon seit längerer Zeit nicht mehr und da kann man noch so viele Unterstützer -Statements vom Stapel lassen und auf rap.de können wir noch so viele Features und Specials über längst vergessen Bands und Künstler machen: ES WIRD NICHTS NÜTZEN! Die Menschen interessieren sich für das, was sie interessiert und bei allem guten Willen eben nicht für das, was interessant sein müsste. NEIN, das tun sie nicht!!!! Und sie interessieren sich auch nicht für den noch unbekannten, wahnsinnig engagierten, neuen Conscious Rap MC, wenn der nicht interessant ist. Auch beim besten und gutesten Willen tun sie das nicht!

Und das ist das Problem von Hip Hop gerade. So richtig interessant ist das alles nicht im Moment. So richtig den Nagel auf den Kopf trifft gerade keiner. So richtig relevant ist das nicht. Entweder sind die einen zu faul und zu fett geworden über die Jahre oder die anderen, die neuen sind einfach zu uninteressant, dreschen platte, abgedroschene Phrasen, langweilen und finden keine neuen, freshen Bilder.

Ich habe definitiv immer an die Selbsterneuerungskräfte von Hip Hop geglaubt. Ich habe definitiv immer daran geglaubt, dass sich diese Kultur immer wieder neu erfindet, einfach auch aus der ganz simplen Tatsache heraus, dass diese, unsere Musik, schon immer in der Lage war, die unterschiedlichsten Einflüsse in sich aufzunehmen, sie zu verarbeiten und dann wieder als etwas ganz Neues auszuspucken. Das war bisher immer großartig, immer neu und immer fresh und ich wurde auch nie enttäuscht, aber was ich jetzt sehe ist so etwas wie ein weites, ödes Feld und ich sehne mich nach der Zeit zurück, in der es wenigstens wichtig war, Hip Hopper zu sein, weil das für irgendetwas stand, was mit Haltung und Attitude zu tun hatte.

Und ich rede noch nicht einmal davon, dass irgendwann mal andere Inhalte transportiert wurden, in den Texten. Scheiß auf die Texte. Das ist absolut nebensächlich. Nein. Die Leute, die das mal gemacht haben, haben sich ernst genommen. Als Rapper. Als Musiker. Als Tänzer. Als Hip Hopper. Sie waren stolz darauf Hip Hopper zu sein. Sie haben sich gebattled und es ging darum: Wer hat die richtige Interpretation von Hip Hop? Wer hat das ultimative Wissen darüber, was Hip Hop ist? Im Endeffekt ging es bei jeder Crew, bei jedem Künstler nur darum: Wir sind Hip Hop. Alle anderen sind Dreck!

Und so dumm sich das anhört, aber genau das war es, was diese Kultur nach vorne gebracht hat. Das war der Ansporn und man war stolz darauf, dieser oder jener Crew anzugehören und alle anderen scheiße zu finden.
Heute darf jeder machen was er will. Alles ist erlaubt und der einzige Streitpunkt, den die verfeindeten Lager untereinander auszutragen haben ist: Wer verkauft mehr Platten?

Wenn man heute jemanden dissen will, dann ist der meistgehörte Satz: 'Die verkaufen doch auch nichts mehr.'

Merkt ihr noch was? Niemand verkauft mehr irgendwas. Zumindest nicht im deutschen Hip Hop und das ist das eigentlich Tragische. Im kollektiven Untergang drückt man den anderen noch unter Wasser und freut sich, dass der noch ein Stückchen tiefer zappelt. Gratulation! Gut gemacht! Aber so wird das nichts.

Dieses Gefecht ist nämlich Teil davon, warum Hip Hop gerade so unwichtig ist für so viele. Weil wir uns mit unseren Misserfolgen kritisieren. Wir aber müssen wieder anfangen, uns ernst zu nehmen. Die Kunst ernst zu nehmen, die wir machen. Die Haltung zu überprüfen, mit der wir das machen. Style zu entwickeln und dem anderen in die Fresse zu brüllen, dass wir es SCHEISSE finden, was sie da gerade fabrizieren. Und zwar das, was sie machen und nicht das, was sie verkaufen.

Wir müssen wieder lernen zu hassen! Und zwar einfach nur, weil die anderen ihre Schuhe anders schnüren, oder die falsche Snare benutzen und nicht weil wir ein paar 100 CDs mehr verkaufen.
Wir müssen sie hassen, einfach nur, weil sie einer anderen Crew angehören.
Und wir müssen die Popper wieder hassen und die Alternativen und alle, die nicht zu uns gehören und wir müssen wieder anfangen, zu missionieren und alle davon überzeugen, dass sie zu uns kommen sollen, weil wir die schärfsten Parties am Start haben und die besten Frauen und weil wir sowieso die geilsten und freshsten sind und natürlich müssen wir ihre Einflüsse ausbeuten, damit wir wieder geile, neue und frische Musik daraus machen können.

Die Leute werfen mir vor. Ich sei ein Hater, weil ich die Künstler, die ich interviewe oft bloßstellen würde.
Das Problem ist, ich stelle sie nicht bloß. Ich frage nach. Sie antworten und dann frage ich nochmal nach. Ich nehme die Menschen ernst. Sehr ernst. Ich frage sie, was sie sich denken, wenn sie dies oder jenes sagen. Wenn sie diesen Song gemacht haben oder jenes Video gedreht haben. Ich will wissen, warum?
Ich verlange von den Menschen einfach, dass sie sich Gedanken darüber machen. Dass sie einigermaßen wissen, was sie tun. Ich verlange von den Menschen, dass sie ihre eigene Arbeit ernst nehmen. Ich rede hier nicht von der verbissenen Hip Hop e.V. Mentalität, aber ich rede davon, dass man zu dem steht, was man macht, dass man weiß, was man macht und dass man die Dinge, die man macht, auch mit voller Absicht tut. Dieses Wegducken. Dieses Ausweichen. Dieses sich verstecken und abwiegeln, das darf es nicht mehr geben und das muss ausgerottet werden. (So wie ich auf dieser Party - das darf es nicht mehr geben!)

Wir müssen definitiv wieder härter zu uns werden! Wenn es um Hip Hop geht ist jedes Mittel recht.

Ok und vielleicht ist das alles überhaupt nicht relevant, was ich mir hier zusammendenke und ich meine, ich mache bestimmt auch viele Sachen, die ihr scheiße findet und die keinen Arsch da draußen interessieren aber hey: 'Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle."

Und die Liebe - Freundinnen und Freunde, die habe ich immer noch.

Für Euch, für Hip Hop und weil das alles nicht ganz so wichtig ist, habe ich viel Liebe vor allem für ganz besondere Menschen in meiner Umgebung. Ihr wisst bescheid.

In diesem Sinne. Frohes Fest.

staiger

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27.12.2008
Aktuelle Vereinsnachrichten
Im Zuge unserer Leserumfrage (die ihr hier findet) und überhaupt kamen wir neulich in der Redaktion ein bisschen auf das Thema Deutscher Hip Hop e.V. zu sprechen. Ihr wisst ja. Ein großes Ziel von mir, denn wenn in Deutschland schon Alles in einem Verein organisiert ist, dann ist es doch das Mindeste, dass Rap und Hip Hop auch endlich mal eine ordentliche Struktur bekommen.

Allerdings stellt sich dann auch gleich die Frage, wer besetzt die für einen Verein so wichtigen Posten. In diesem Sinne schicken wir Euch nun das Protokoll der Jahreshauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Hip Hop e.V. kurz ADHH vom 27.12.2008.

Stattgefunden hat die Versammlung in der Vereinsgaststätte 4 Elements und begann mit der Entlastung des bisherigen Vorstands und des Kassenwarts.

Anwesend waren 311 von 520 Mitglieder. Die Versammlung war gemäß der Vereinssatzung vom 18.11.2004 beschlussfähig.

Erster und einziger Programmpunkt des Abends war denn auch die Vorstandswahl, wobei nach wie vor kein Vorsitzender gewählt werden konnte.

Vorgeschlagen wurden zwar

- Ralf Kotthoff Geschäftsführer der mzee.com GmbH, der dem Verein allerdings aus Zeitgründen schon eine Absage erteilt hat.

- Separate, ehemals Eigentümer des Labels Buckwheats Records, der sich allerdings schon seit längerem aus dem aktiven Geschäft herausgehalten hat.

- Akim Walta, Vorstand des Hip Hop Hauses in Berlin, der generell bereit wäre, allerdings mit dem Aufbau der Hip Hop Akademie und des dazugehörigen Universitätsgeländes, zeitlich stark eingebunden ist.

Der Vorschlag einer Tandemlösung konnte ebenfalls nicht realisiert werden, da die folgende Abstimmung ergebnislos war und deshalb noch einmal vertagt wurde. Der Verein bittet deshalb alle Mitglieder noch einmal Vorschläge für die Besetzung des Vorstands einzureichen. Bitte schickt eine mail an folgende Adresse: rap@adhh.de oder einfach unten ins Kommentarfeld schreiben.

Relativ einstimmig wurde dagegen der alte und neue Kassenwart bestätigt. Auch diese Aufgabe übernimmt im diesen Jahr wieder unser Vereinskamerad Anis Ferchichi. Wir sagen herzlichen Dank für die bisher geleistete Arbeit und auch weiterhin viel Erfolg bei dieser Aufgabe. Gerade in Zeiten leerer Kassen brauchen wir einen starken Mann auf diesem Posten. Viel Glück lieber Anis!

Ebenfalls Einstimmig erfolgte die Abstimmung zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit. Diese längst überfällige Ehre wurde in diesem Jahr endlich unserem lieben Vereinsmitglied der ersten Stunden Frederik Hahn aka Torch zuteil, was zu großem Jubel und Standing Ovations auf der Versammlung führte. Herzlichen Glückwunsch Kamerad Torch! An dieser Stelle auch von uns.

Für die Ausrichtung des jährlichen Vereinsfestes im Sommer konnte, wie letztes Jahr auch schon, die Splash Entertainment AG gewonnen werden, die das Fest auf der Halbinsel Pouch ausrichten wird. Ebenfalls wie in den letzten Jahren konnte der Verein eine dreitägige Feier sicher stellen.

Für die Abteilung Breiten- und Familienrap stellten sich in diesem Jahr die Mitglieder von Blumentopf zur Verfügung, die den Freundeskreis in diesem Aufgabengebiet ablösen, der sich in den letzten 4 Jahren, seit Vereinsgründung sehr aktiv und erfolgreich um diesen Bereich gekümmert hat. Der Verein möchte an dieser Stelle seinen herzlichen Dank zum Ausdruck bringen und wünscht dem neuen Team viel Erfolg mit den neuen Aufgaben!

Die Abteilung Style und Mode war in diesem Jahr hart umkämpft. Gleich drei Vereinsmitglieder wollten sich in diesem Jahr zum Abteilungsleiter wählen lassen. Azad (Bozz Music), Kool Savas (Optik Records) und Fler (Aggro Berlin/Universal) stellten sich dem Votum der Mitglieder, wobei als eindeutiger Sieger tatsächlich Fler ermittelt werden konnte. Wir gratulieren unserem Vereinsmitglied Patrick zum Gewinn der Abstimmung und wünschen ihm viel Erfolg bei der Arbeit.

Ein Grund vielleicht für die Abstimmungsniederlage der beiden Deutschrap-Urgesteine Azad und Kool Savas war vielleicht auch, dass die beiden mit ihrem Motivationsprogramm sehr ausgelastet sind und man ihnen vielleicht die Mehrbelastung in der neu gegründeten Abteilung nicht zugetraut hat. Der "Kopf Hoch Homie" Kurs von Azad und Savas findet jeweils Montags Mittwochs und Freitags statt, im Ohne Schuhe Raum (OSR), direkt im Vereinsheim Four Elements. Beginn ist immer um 19 Uhr.

Neu im Programm haben wir dieses Jahr das Kräuterheilseminar von Paul Würdig, der den Kurs einmal im Monat, jeweils am ersten Donnerstag im Monat anbietet. Mitzubringen sind lockere, gemütliche Kleidung, eine rutschfeste Unterlage, weil auch im Liegen gearbeitet wird und diverse Heilkräuter, die man sich im Vorfeld und je nach Kurstag selbst besorgen muss.
Der Kurs "Heilkräuter" umfasst 12 Unterrichtsstunden und ist Pflichtprogramm für den Folgekurs "Toxikologische und chemische Heilverfahren", den Kamerad Würdig im darauffolgenden Jahr anbieten wird.

Ebenfalls einen neuen Kurs wird unser Vereinsmitglied Bözemann anbieten, wenn wir ihm auch keinen Platz im Vereinsheim anbieten können - dagegen sprach sich eine Mehrheit der Mitglieder aus. Bözemann wird demnach seinen Kurs "Selbstverteidigung mit dem Ellebogen" im Gemeindesaal, über der Freiwilligen Feuerwehr abhalten. Herzlich willkommen sind alle Vereinsmitglieder ab 16 Jahren. Der Kurs findet Dienstags und Samstag statt. Dienstags um 18 Uhr und Samstags zum freien Training um 14 Uhr.

Der Verein weist darauf hin, dass Bözemann in diesem Jahr nur knapp einem Vereinsausschlussverfahrens entgangen ist und im nächsten Jahr noch einmal darüber abgestimmt werden wird, ob der Stuttgarter im Verein bleiben darf. Wir wünschen ihm mit dem Kursangebot aber viel Glück und hoffen auf eine schnelle Wiedereingliederung in unser Vereinsleben.

Mit großer Freude kann der Protokollant zum Schluss noch verkünden, dass es auch in diesem Jahr wieder eine Vereinszeitung geben wird. Für die Ressorts Seriöses/Internationaler und Deutschrap stellten sich die Redaktionen von Backspin und Juice zur Verfügung, den Bereich Satire und Bluternstes übernimmt die Redaktion von rap.de. Die Redaktionen von hiphop.de und 16bars.de wurden mit der Gestaltung der Seite Vermischtes beauftragt.

In diesem Sinne wünschen wir allen Vereinsmitgliedern eine besinnliche Restjahreszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

2009 / still stayin allive.

Mit kameradschaftlichen Grüßen,

Euer Allgmeiner Deutscher Hip Hop e.V 2004

PS: Lest Euch auch das aktuelle Rundschreiben von Vereinskamerad Staiger durch, das er auf myspace geschrieben hat.

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