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weblog von reen
reen - “Mein Blog”
Jetzt mal ehrlich, Texte schreiben mit Sinn und Verstand - oder noch schlimmer, mit lyrischer Tiefe - das geht nun wirklich nicht! Wo kommen wir denn da hin? Und außerdem, wen interessiert das?
07.12.2005
Independent sein…

Was bedeutet das wirklich?

Unabhängig sein, aber unabhängig von was?Vielleicht von den alltäglichen gesellschaftlichen Zwängen; die uns knebeln, uns festhalten, uns nicht weiterkommen lassen, uns die Zeit rauben, unsere Träume in die Realität umzusetzen.
Oder von dem Zwang Geld verdienen zu müssen, um zu überleben, Rechnungen und Miete zu zahlen, oder kurz gesagt, nicht mehr nur zu leben um zu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben, also bedeutet es nichts anderes als sich an seine eigenen Regeln zu halten, um das zu tun was man tun will und nicht das, was dein Chef dir sagt.

So oder so befindet man sich in einem Teufelskreis, welcher schnell zu einem Audizeichen oder zu den Olympischen Ringen werden kann, wenn man ihn nicht durchbricht.Die meisten wollen das aber eigentlich nicht, sie fühlen sich sicher und geborgen, wenn sie man ihnen sagt was sie machen sollen und vor allem auch wie und das ist auch ok so.

Sie wollen oder können keine Verantwortung übernehmen, sei es nun aus Mangel an Willen, Talent oder Disziplin.
Hierbei würde ich aus eigener Erfahrung sagen, liegt in der Disziplin der Schlüssel.Die Disziplin jeden Tag daran zu arbeiten, sein Ding zu machen, wie z.B. Der Rapper der mit ein paar schlauen Köpfen beschließt seine Karriere selbst in die Hand zu nehmen, anstatt darauf zu warten, bis irgendein A n R ihn signt(von nichts kommt nichts, aber das war ja auch irgendwie klar).

Das funktioniert wie alles aber auch nur mit den richtigen Kontakten, wer kennt wen, wer hat was zu melden, wer kann was klar machen?
Ich denke es ist eine Mischung aus den richtigen Kompromissen der Bereitschaft ein Risiko einzugehen, bereit zu sein auch mal alles auf eine Karte zu setzen, an sich selbst zu glauben.

Im Zug, las ich mal einen Spruch, der das alles auf den Punkt gebracht hat:Mache erst das notwendige, dann das mögliche, dann schaffst du das unmögliche(ja, ja die deutsche Bundesbahn ;-) )

Im Hip Hop bedeutet independent sein, die Kontrolle zu haben, selbst seine geschäftlichen Belange im Überblick zu behalten und diese Hand in Hand mit seinem kreativen Output zu fokussieren.
Es ist auch ein Phänomen, das früher oder später jeder mehr oder weniger erfolgreiche Künstler im Hip Hop versuchen wird sein eigenes Ding zu machen, das liegt in der Natur der Sache(siehe USA).

Das heißt nichts anderes als, wenn du es nicht machst, macht es wer anders….

Also viel Glück

Reen
Der letzte Marokkaner
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22.09.2005
Deutschland im Herbst

2005: Viele Rapper wirken wie Hobbits mit ihren langen Shirts, meistens sind sie selber nur 1,60 m groß und tragen M bis zu den Knien und das Cap tief bis ins Kinn gezogen, damit man bloß nicht den Überblick verliert, was so in der Hood abgeht und was die Bitches treiben. Die meisten stehen mit 26 immer noch unter den Pantoffeln von Muddi, labern vom Business und leihen sich wieder Kohle vom Homie für ne call ya card.

Es ist natürlich geil, darüber zu rappen, was man fickt, wie viel cash man macht, wie viele Autos und vor allem was für Karren man fährt. Und bei den Spritpreisen heutzutage, am besten mit dem Hummer durch Deutschland cruisen von Hamburg nach München über Berlin, um noch ein bisschen Streetcredibility zu tanken und dann mit der Gage nach dem Gig direkt in den nächsten Saunaclub, um für das nächste Album zu recherchieren, das ist real und genauso muss es sein.

Jetzt mal ehrlich Texte schreiben mit Sinn und Verstand oder noch schlimmer mit lyrischer Tiefe, das geht nun wirklich nicht, wo kommen wir da hin und außerdem, wen interessiert das?

Schließlich geht es um Entertainment, und da ist bekanntlich alles erlaubt, versteht ihr, da hängen Arbeitsplätze dran, Existenzen und dergleichen. Jeder muss sehen, wo er bleibt, am Ende des Tages zählt das, was du auf dem Konto hast und nicht wie deep du warst, ich denke, das hat jetzt auch der letzte begriffen, nur nicht wie man es richtig macht, deswegen heulen ja auch alle rum.

Vor allem gehört es dazu (und das ist ganz wichtig), bevor man jemanden gut findet, muss man jemand anderes scheiße finden, den der, den man gut findet, für scheiße befunden hat. So oder umgekehrt, die Reihenfolge ist nicht entscheidend dabei, entscheidend ist nur bloß keine eigene Meinung zu haben. Wichtig ist es mit dem Strom mit zu schwimmen, dazu zu gehören, das macht doch eine Community aus, oder?

Vielleicht ist das alles aber auch nur Humbug und spielt für HipHop keine Rolle, weil er sowieso macht, was er will. Vielleicht ist das aber auch nur der Beginn einer neuen großen Sache, einer neodeutschen Welle, die den Mcias ankündigt, der alle Disse dieser Welt auf sich nehmen wird, um uns von unseren Rapsünden zu erlösen, für einen besseren HipHop, ohne Vorurteile und Neid.

Vielleicht sollte man aber nicht alles so ernst nehmen und nicht ständig versuchen das Leben eines anderen zu führen. Um mit einem Zitat abzuschließen, das bezeichnend ist für das scheinbare Dilemma unserer kleinen HipHop-Gesellschaft und was die wenigsten einfach tun…

„Leb dein leben!“

Peace
Rene El Khazraje


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