Asher Roth – Asleep in the Bread Aisle

Um Freunden von Asher Roth das Weiterlesen zu ersparen, sei eins vorweg genommen: Ich mag den Typen nicht. Und anders wird sich die folgende Review auch nicht gestalten. Wirklich, ich hab noch nie so eine Art von Musik gehört, von der man auch noch behauptet, es handele sich um Rap, und schwör euch hiermit, dass ich es nie wieder tun werde. Diese "Neo-Hippie-Studenten-Weißbrot" Scheiße hängt einem bereits nach der ersten Minute zum Hals heraus. Percussion-E-Gitarren-Clap Beats ziehen sich durch das ganze Album und werden von noch ekelhafteren Pitch-Effekten ergänzt, die unweigerlich tiefgründigen Hass auf den Erzeuger schüren.

Wie soll man bei Liedern wie "I Love College" noch versuchen, dem Ganzen irgendwo etwas Positives abzugewinnen? Mag sein, dass es den ein oder anderen Spezi gibt, der etwas mit dieser Musik anfangen kann. Ehrlich, ich will es nicht einmal mehr versuchen. Ich weiß, dass es eine weit verbreitete Theorie gibt, die besagt, dass alle Mitarbeiter von rap.de nur zu gern Alben zerpflücken und haten, nur schlechte Kritiken verteilen und sich dafür von den Lesern feiern lassen. Wisst ihr was? Zumindest in diesem Fall habt ihr Recht und anders läuft dass hier jetzt auch nicht ab. Denn anstatt meinen Samstagnachmittag mit etwas Sinnvollem zu verbringen, gebe ich mir  seit über einer halben Stunde den musikalischen Auswurf eines  Rednek-Abkömmlings, der sich für den Marshall Mathers von Yale zu halten scheint. "And the worst is I forgot my iPod" – Das ist wohl das Schlimmste was Asher Roth passieren kann…

Oh. Ich muss mich entschuldigen. Denn gerade wurde das Mic für 16 Takte mit Busta Rhymes getauscht. Aber selbst Busta kann die Schmerzen nur ansatzweise lindern, die dieser Asher Roth im Trommelfell verursacht. "Girl you so hot hot, I take you to my spot spot" ??? Amerika habe ich noch nie wirklich verstanden, aber wie kommt zum Teufel nochmal Asher Roth dazu, seine Scheibe in der heutigen Zeit mehr als eine Millionen Mal zu verkaufen? Dieser Typ, der scheinbar nur ein Problem hat: Die Eltern soweit hinzuhalten, dass sie weiterhin finanziell Stütze geben, damit er die verpatzen Klausuren vom vergangen Semester wiederholen kann.

Trotzdem habe ich auf dem zwölf Track Longplayer am Ende sogar noch einen hörbaren Song gefunden. "His Dream" ist eine wirklich sehr schöne Geschichte. Roth erzählt von seinem Vater, der seine Träume in den Hintergund gestellt hat, um sich seiner Rolle als Familienoberhaupt zu widmen. Geht unter die Haut, selbst wenn es diese "Vorstadt-Dramatik" besitzt und  man ihm diese Geschichte nicht so richtig abnimmt. Trotzdem: Der 24-Jährige  wird bei mir niemals landen können, aber für diesen Song gibt es Probs.

Das Beste wäre allerdings, Asher Roth in seinem Brotregal liegen zu lassen und zu hoffen, dass er die nächste Vorlesung in Sachen Style nicht wieder verschlafen wird.  Wer sich dennoch gerne American Pie in vertonter Version zu Gemüte führen will ("Hold the beer bong, nothing wrong with some fun. (Here, hold this) Even if we did get a little bit too drunk.Time isn’t wasted ,when you’re getting wasted. Woke up today and all I could say is…") oder muss, sollte es definitiv mit "Asleep in the Bread Aisle" versuchen. Ich kann jedenfalls mit dem Leben eines College Studenten und dessen Beweggründen Musik zu machen, recht wenig anfangen. Aber vielleicht sollte ich auch wirklich erst mal weiter studieren.
 

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