Patrick Mit Absicht – Jack Is Back

Patrick Mit Absicht, diesem Namen begegnet man eigentlich durchweg in positivem Zusammenhang. Seit 1999 im Rapbusiness aktiv, hat er sich mit den Jahren zu einem äußerst talentierten Rapper gemausert, der nach diversen Streetalben, EPs und Mixtapes nun am 2.11.2007 sein Debut „Jack Is Back“ veröffentlicht. Im Comicstyle mit Gummipuppe, Skeletor und leicht debil dreinschauendem PMA gespickt kommt das Cover daher. Die Ironie schlägt schon beim Betrachten des guten Stücks mitten ins Gesicht. Und auch beim Anhören  weicht sie nicht zurück. Die Ironie als roten Faden genutzt, findet man sie in jedem Stück, durch lustige Reime und fein gespittete Parts in den Gehörgang transportiert.

Raptechnisch spielt Patrick Mit Absicht mindestens im UEFA Cup mit. Gute Technik, gutes Timing bei feinen Flexes sogar deutlich gerappt, was viele versuchen doch kaum einer wirklich kann, scheint er im Schlaf zu beherrschen. Gleich im Intro „Jaque Je T’aime“, das eigentlich als voller Track zu werten ist, kommt PMA mit jeder Menge Energie und hammer Flexpart rein, der Track von B79 produziert, wird durch ein dickes Gitarrensample und Bass perfekt ergänzt. Auch „Zu Ill“ ist rap-, und produktionstechnisch ein sehr guter Track, feinstes Gebattle, schöne dunkle Synthies, die Hook mit „Ich Bin Einfach Zu Iiiilllll“ sehr aussagekräftig.

Allgemein sind auf diesem Album jede Menge Synthiesounds und dicke Bässe zu finden. „Axteffekt“ nimmt sich dem Metzgerrap an, dessen Interpreten gerne Hackfleisch aus vorher entnommenen, menschlichen Organen machen oder „Ein Ernster Song“ der Pseudoliteraten mit Weltverbesserinstinkt auf ihre Heuchelei aufmerksam macht. „Die Welt ist so gemein, gemein und kaputt, so unfassbar gemein, mir fällt keine Hookline ein, nein, ich muss weinen“. Man schmunzelt immer wieder über die blasphemischen Karikaturen des Hatertums, der VIP-Groupies, Sozialkritiker und Splatterboys, mit jedem gängigen Klischee wird auf humoristische Art und Weise abgerechnet.

Alles in allem kann man „Jack Is Back“ als gute Alternative zum allgemeinen Deutschrapsperrmüll sehen, sauber gerappt und durchproduziert allerdings sucht man auch auf diesem Album vergeblich nach Neuem, noch nie da gewesenem.  Ein bisschen mehr Mut zu neuen Styles, seien sie  musikalischer oder gar raptechnischer Art, hätte Jack noch ein viel  freudigeres Wiedersehen beschert.

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