Rapsoul – Achterbahn

Rapsoul waren 2005 mit den Backstreet Boys on Tour und wurden von den BRAVO Lesern mit einer Nominierung für den Otto in der Kategorie ‚Superband Pop‘ geehrt. Ich wunderte mich doch etwas, als die CD bei uns auf dem Schreibtisch landete. ‚Achterbahn‚ ist bereits das zweite Album des Trios aus dem Frankfurter Raum.

Musikalisch sind die Stücke des Albums sehr melodiöse und einfache, schöne und gut arrangierte Popsongs, aber auch inhaltlich ist ‚Achterbahn‚ ziemlich schnell abgehandelt. Nach einem völlig überflüssigen Intro geht es zum ersten von sieben (!!) Liebesliedern über. Vielleicht blieb neben diesem ganzen verliebstein und dem zugehörigen Liebeskummer einfach keine Zeit eine etwas weniger melodramatischen Bridge für ‚Laura‚ zu erfinden als "Jetzt stehe ich hier vor euch. Und ich frag mich: sind wir nicht alle gleich? Warum darf ich diese Frau nicht lieben? Ist es weil ich schwarz bin?" und vielleicht blieb wegen all dieser Verzweifflung auch keine Zeit sich vernünftige Reime auszudenken:

"Heute bist du Popstar machst Platten und hast Gold, zeigst’n Finger dem Produzenten der dich damals nicht wollt"

Diese erzwungenen Reime sind lieblos, kommen ständig vor und sind absolut überflüssig. Vielleicht sollten sich Rapsoul beim nächsten Versuch, der wohl unweigerlich kommen wird, etwas mehr Gedanken machen.

Wirklich zum Schmunzeln gebracht haben mich Rapsoul dann, als sie denn Mund doch etwas voll nehmen: "Stell dir vor ich wäre schwul und könnte jeden Typen haben, ich würde kurz überlegen und dann Bushido fragen…" (‚Bapbabelubah‚)
 
Mal abgesehen von den ganz schön schnulzigen Liebesliedern geht es in Achterbahn auch um den allgmeinen "Struggle" im Leben, um die Vergangenheit und deren Aufarbeitung (‚Als ich 16 war‚).

Fazit: ‚Achterbahn‚ hat mehr Dramatik und Herz-Schmerz als jede Daily Soap und ist durchzogen von ausgelutschten Metaphern, wie zum Beispiel einer welkenden Rose als Symbol für die endende Liebe, und gehört in den Plattenschrank von pubertierenden Mädchen und Menschen die der allgemeine Weltschmerz gepackt hat.

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