DJ Derezon & Illfated Tre – Serious Connexion

Bei dem vorliegenden Sampler „Serious Connexion“ handelt es sich um ein DJ-Projekt von den beiden Berliner DJ`s , DJ Derezon und Illfated Tre, die im Januar nach New York geflogen sind, um talentierte amerikanische Rapper mit deutschen MC`s zu verbinden.  Herausgekommen ist ein Album, auf denen amerikanischen Rapper wie Cory Gunz, Lord Tariq, Raks One mit deutschen Rappern wie Kool Savas, Curse, Afrob, Sido, Harris und Megaloh auf einem Album rappen.

Ich fange am besten gleich mal mit dem negativen Aspekt des 18 Tracks starken Albums an und komme so zum positivsten Aspekt des Albums: die Aufteilung der Lieder. Ich kann nicht nachvollziehen, warum die besten Stücke am Anfang der CD sind, und man so den Eindruck gewinnt, die Lieder am Ende sind nur noch Füller. Unter den ersten neun Liedern finden sich Features von Savas, Curse, Sido, Megaloh, Lord Tariq und Siamak, die dieser Platte ihren Charme geben. Diese Lieder sind auch das große Plus dieser Platte. Beginnen tut es mit „So Hot“, produziert von Illfated Tre, feat. Kool Savas, Moe Mitchell und Cory Gunz. Auf einen übergeilen, dunklen alarmierenden Beat legt sich passend die soulige Stimme von Moe Mitchell, während Cory Gunz und Savas gelungene Rap-Passagen an den Start legen, wobei Savas mit seinem üblichen Stimmwechsel (laut/leise-Betonungen) arbeitet: „Alles, was wir in Angriff nehmen, is so hot." In diesem Fall muss ich einfach zustimmen: absolut geiler Track. Gefolgt wird er von Propain und Curse mit „Rapper“ von DJ Derezon. Auf einen Kopfnick-Klatsch-Beat werden wortreich alle Rapper vernichtet, während das Lied auf einen einzigen Reim in Deutsch und Englisch geführt scheint: Rapper. „Der Club-Rapper, ihr definiert euch über Schmuck-Rapper…“. Hörenswert! Ebenso hörenswert ist „Fat Gold Chain“ feat. Sido, Peter Gunz, Lord Tariq, Cory Gunz und Rain, wobei Sidos gewohnt ironischer Part mich irgendwie an „Meine Kette“ erinnert hat: „Ich bin ein Junge von der Straße, ich mache immer einen harten … Ich will keine Kette, die so dünn ist wie ein Streichholz, sie soll so dick sein wie ich und aus Weißgold“. Auf dem Gimmo Mo Records-Sampler hatte mich der Berliner Siamak noch durch seinen starken Flow begeistert, und hier glänzt er zusammen mit Raks One mit einem angenehm ruhigem, nachdenklichen Lied, „Life“, auf einem klassisch-kräftigen Beat. Das knallharte „Back 4 more“ feat. Megaloh & Mafi G. sowie „Pimp Clap“ feat. Lord Tariq , das einen genialen absolut tanzbaren Schnalz-Beat à la  "Drop it like it’s hot" hat, sind weitere gute Lieder auf dieser CD. Ansonsten sind mir zu viele durchschnittliche Füller wie z.B. das langweilige „U Don’t“, produziert von DJ Derezon, feat. Leanah Cane, KA-I-A und Vanessa Mason oder das erscheckend reimschwache „Dem Abgrund so nah“ ("Motherfucker, was willst du tun, du kannst nix tun, guck zu, wie ich dein ganzes Leben abfuck") von Prime Evil, Autodidakt & Brian Lee Voice aufgefallen. Und diese Füller nehmen zum Ende hin leider zu: z.B. "If you hear this" feat. David Banner & KA-I-A oder "Off the Ship" feat. Grand Agent waren einfach nicht mehr notwendig.

Schade! Das Album hatte so positiv begonnen und endet leider im Durchschnitt. Ich hatte mir nach den ersten Liedern mehr, ein richtig gutes HipHop-Album erwartet. Musikalisch legen die beiden DJ`s grundsolide, gut produzierte Werke mit einigen besonders starken Beats vor, doch leider schaffen einige der Rapper nicht, dies zu nützen, und das Album versinkt in der Masse der Rap-Alben dieses Jahres und streckt nur manchmal seinen Kopf hervor.

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