Danity Kane – Danity Kane

Während wir uns in Deutschland mit Pseudo-Talentwettbewerben wie Popstars und DSDS begnügen müssen und uns eigentlich eher für die Beschränktheit der TeilnehmerInnen begeistern als für ihr Gesangs- und Rhythmusgespür, sind die Amerikaner wieder mal einen Schritt weiter. Deren American Idol und Popstars brachte Szenegrößen wie Kelly Clarkson, die nicht zu unrecht einige Grammys zu Hause stehen hat, und Rubben Studdard hervor. P.Diddy hatte bis dato wenig Glück mit seiner Making the Band-Serie – die erste Gruppe Da Band brachte nie irgendwas Nennbares zustande und von der zweiten Staffel hat man irgendwie nie was mitbekommen. Nummer 3 scheint ein voller Erfolg zu werden – namentlich Danity Kane. Bei uns jetzt erst auf MTV zu sehen, in Amerika bereits Kult und mit der Goldplakette für mehr als 500.000 verkaufte Alben ausgezeichnet.

Doch woran erinnern Dawn, Aundrea, Shannon, D.Woods und Aubrey als Quintett bloß? Richtig – an die Pussycat Dolls. Jedoch liegt der Unterschied schon darin, dass bei Danity Kane bis dato keine Frontfrau im Stil von Nicole Scherzinger existiert. Alle werden gleichermaßen an den Aufnahmen beteiligt und hören lässt sich das Werk somit auch äußerst formidabel. Mit Produzenten wie Timbaland (!?!), Darkchild, Mario Winans, B.Cox und Ryan Leslie war das ja beinahe von Vornherein klar.

Um ehrlich zu sein, habe ich mich dem Pussycat Dolls-Album noch nicht gewidmet, doch ich bin mir anhand der Singles schon ziemlich sicher, dass Danity Kane musikalisch einige Stufen höher anzusiedeln sind. Auch wenn deren erste Single „Show Stopper“ – nebenbei der innovationsfreiste Track des Albums – nicht mal ansatzweise überzeugend daher kommt. Der talentfreie Yung Joc trägt seinen Teil zum niedrigen Niveau des Songs bei.

Nicht das Songs wie „One Shot“, „Ride For You“, „Touching My Body“ oder „Back Up“ neue Wege beschreiten würden und Danity Kane mit ihrem Album nun einen ganzen neuen Pfad im zeitgemäßen RnB bestritten hätten. Doch für wirklich gutes Entertainment mit fünf Frauen, die ihr Handwerk wirklich beherrschen (das Singen), ist das Album allemal gut. Eigentlich kann man die Fernbedienung aus der Hand legen, denn Skippen muss man höchstens bei „Show Stopper“. Wenn Timbo dann solch untypische Bretter im Stil von „Right Now“ hinlegt, wird dem RnB-Liebhaber mit Sicherheit mehr als nur warm ums Herz. Rodney „Darkchild“ Jenkins, der bedeutend den Sound von Größen wie Brandy und Destiny’s Child prägte, ließ mit „Hold Me Down“ einen weiteren Tanzflächenfüller aus seinem Arsenal und selbst der versunken geglaubte „D Dot“ Angelettie trägt mit viel Feingespür dazu bei, dass der Sound von Danity Kane durch sein „Press Pause“ eine weitaus breiteren Rahmen bekommt. Cassie-Schöpfer Ryan Leslie schafft mit „Ooh Aah“ einen nahtlosen Anschluß an seine jüngsten Erfolge und stellt ein weiteres Mal unter Beweis, dass er ein ausgesprochen gutes Gespür für liebevoll zusammengestellte Strings hat.

Nun denkt der ein oder andere: „Wo bleibt die Kritik an Danity Kane’s Gesangsdarbietung?“ Es bedarf nicht wirklich einer Kritik, da das Quintett dermaßen gut harmoniert, dass man ab und an glauben mag, dass sie ebenso viel Erfahrung wie Destiny’s Child auf’s Papier bringen. Das Album ist solide und zeigt sehr gute Ansätze, unterliegt aber ganz klar einer kommerziellen Ausrichtung und wartet deshalb nicht mit sensationellen Überraschungen auf.    

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