Bock auf’n Beat – Prototypen

„Prototypen“, so lautet der Titel vom neuen Longplayer der Bock auf’n Beat-Riege. Etwas besonderes stellt dieses Album in jedem Falle dar, nicht nur die Rapper und Sänger, sondern auch die Produzenten stehen im Rampenlicht. Insgesamt wurden 15 Produzenten vereint, die gemeinsam mit ihren Favourite-Artist einen Track für „Prototypen“ beisteuerten. Genau dieser Sachverhalt macht dieses Producer-Album zu etwas Außergewöhnlichen und attraktiv für den potenziellen Käufer. Die Jungs von Bock auf’n Beat stellten sich nicht in den Mittelpunkt, sondern ließen eine Vielzahl von Klangvirtuosen an ihrem Projekt teilhaben. Brisk Fingaz, Phrequincy, Montana Beats, Sleepwalker, DJ Tomekk, Plattenpapzt und andere Produzenten stellten ihre individuellen Talente unter Beweis. Das Ergebnis ist eine Platte mit einem sehr breitschichtigen musikalischen Teilbereich; allerdings bringt diese Eigenschaft natürlich nicht nur Vorteile mit sich, sondern bringt folgende Auswirkungen mit sich. Man kommt sich beim Hören wie in einem Film vor, leider sind abrupte Szenenwechsel mit inbegriffen. Die musikalischen und qualitativen Unterschiede der einzelnen Produktionen machen die Platte auf der einen Seite andersartig und sehr reizvoll, auf der anderen Seite muss der Hörer ein größeres und höheres Maß an Aufmerksamkeit und Konzerntration aufbringen, um sich mit dem Inhalt des Produktes auseinander zu setzen.

 Wie jedes Album hat auch „Prototypen“ Höhen und Tiefen, Stärken und Schwächen, gute und schlechte Eigenschaften. Um den Lesern der Review eine Übersicht zu verschaffen, werden die einzelnen Aspekte in zwei Genres gegliedert.

Positive Merkmale von „Prototypen“

Der Song „Salam Alajkum“ zählt zu einem der Highlights der Scheibe. Produziert wurde der Remix-Track von Bock auf’n Beat, als Rapper konnten X-Zibit, Sido und Harris verpflichtet werden. Ein orientalisch angehauchtes Instrumental, gute Flows und drei prächtig funktionierende Rapper ergeben ein Endprodukt, das sich sehen lassen kann. Auch Sleepwalker lag bei der Produktion von "Green" nicht auf der faulen Haut. Als Grundlage für den Beat diente das Sample des Wu Tang Klassikers „C.R.E.A.M“, j.bully erinnert aufgrund seiner Stimme an keinen Geringeren als Method Man. Kein billiger Abklatsch, sondern ein Exempel dafür, dass man einen Klassiker auf eine neue Art und Weise auffrischen kann. Snaga& Pillath liefern mit der Unterstützung von Manuellsen ebenfalls einen hörenswerten Beitrag für „Prototypen“ ab. Produziert wurde der Song von DJ Katch& EFE, die genau so wie Busy, Kellersound und Phrequincy ihre kreativen Fähigkeiten an den Reglern unter Beweis stellen..

Negative Merkmale von „Prototypen“

 
Es ist allgemein sehr schwierig, die negativen Aspekte aufzuzählen. Gewiss ist, dass für jeden Hörer etwas dabei sein wird. Fest steht jedoch auch, kein Hörer wird an allen Songs Gefallen finden. Man findet langweilige, interessante, aussagekräftige, nichts sagende, innovative, ausgelutschte, nachdenkliche, unpersönliche und im Allgemeinen allerlei Rap-Parts mit verschieden Eigenschaften auf der Platte vor. Der eine Hörer bevorzugt das Eine, der nächste Hörer freundet sich mit ganz anderen Details der Scheibe an. Ebenso spricht jedes Instrumental eine ganz eigene Sprache. Auch hier wird es zu Verständnisproblemen kommen, da sich nicht alle Instrumentals auf einem gleichwertigen Level bewegen.

Dennoch muss man dieses Projekt sowie die Grundidee des Ganzen loben. Am Besten bildet sich jeder seine eigene Meinung, hörenswert ist „Prototypen“ allemal.

 

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