La Fouine – Bourre Au Son

Dass Frankreich in Sachen HipHop selbst in Übersee als Europas Aushängeschild gilt, steht ja wohl mal ganz außer Frage. An die Seite von IAM, Booba, Rohff, Arsenik, Shurik’n und Dadoo gesellt sich nun auch La Fouine. Der Rapper mit arabischem Background machte im französischen Underground schon mit mehreren Singles und EPs auf sich aufmerksam. Unter der Aufsicht von Sony France begibt sich „das Fredchen“ (deutsche Übersetzung für „La Fouine“) nun in der Kreis der französischen HipHop-Elite. Sein Album „Bourre Au Son“ (deutsch : „Betrunken Vom Sound“) beweist mal wieder eindrucksvoll, wie flexibel HipHop sein kann, und vor allen Dingen, dass Leute ihre Kindheitsidole nicht vergessen. So widmet sich La Fouine anfangs seinen amerikanischen Ideengebern, darunter N.W.A., Jay-Z, NAS usw., um mit Hilfe dieser seine Definition des „Betrunkenseins“ zu konstruieren. Sein Sound scheint sich auch eher in Richtung „Jiggy HipHop“ zu bewegen, wofür die Hausproduzenten Boobas, die Animal Sons, mit Sicherheit nicht ohne Verantwortung sind. Andere Beispiele hierfür sind der funky „Signs“-Verschnitt „Quelque Chose De Special“, die eigenwillige R.Kelly-Interpretation „Groupie Love“, der Dancehall-Cut „Basta“ und das reggaetonische Manifest „Quelque Chose De Sauvage“.Als Markenzeichen La Fouines kann man ganz klar den Ausspruch „C’est Ca“ (deutsch : „Es Ist Da“) zählen. Den gleichnamigen Song sollte man im Vorhinein schon mal mit der Repeat-Taste in den Speicher setzen. Im hochwertigem Flex-Reimschema und einer im Chanson vorgetragenen Bridge reitet Fouine über einen mit Synthies verwobenen Drumteppich, der auch in Twistas Wohnzimmer Platz gefunden hätte. Weiterhin vermag es La Fouine, den Straßen einen Output zu liefern, der ihn nicht in die Liga eines reinen „Jiggy“-Rappers abgleiten lässt. Mit L’Skadrille im Schlepptau bestreitet er auf „Symphonie“ den härtesten Song des Albums, der aber keineswegs schlecht platziert ist, sondern das Gesamtbild eher noch breiter scheinen lässt. Songs wie „L’unite“ mit Reggae-Experte Jimi Sissoko, „Marche Ou Creve“ mit Cheb Tarik und „Peace On Earth“ zielen dann noch ein wenig in Richtung Sozialkritik und vervollständigen somit auch das Themenspektrum.Absolutes Highlight ist jedoch „Die“, ein perfekter Song, um im offenen Cabrio durch die Pyrenäen zu cruisen. Man sollte jedoch besser den Text außer Acht lassen, denn dieser erzählt von einem Autounfall in Folge eines zu hohen Alkoholkonsums. Zu nennen wäre noch das minimalistische „J’rap Pour La Fric“, in dem La Fouine ein weiteres mal die Bandbreite seiner verfügbaren Flows unter Beweis stellt.C’est ca ! La-La La-La-La Fouine! Definitiv ein sehr talentierter Rapper, der sich durch seine Vielseitigkeit direkt auf die höchste Etage des französischen HipHop begibt. Fouiny flow!

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