Albino – Kein Frieden

Es ist soweit. Nach „Vertuscht Und Verschleiert“, „Vogelfrei“ und unzähligen Neben-Releases ist Albino zurück – und dies gleich in zweifacher Ausführung.Der bereits seit 1995 aktive Lübecker bzw. Kieler Rapper Albino trägt seinen Namen nicht ohne Sinn: Er hat sich aufgrund seines politischen und persönlichen Lebens auf die Fahne geschrieben, Tierrechte in seinen Songs zu thematisieren. Wem dazu erstmal Vollkornkost und Birkenstock in den Kopf schießen, der ist schief gewickelt. Albino betreibt seit über einem Jahrzehnt ähnlich wie Promoe einen straighten Veganismus, und wer seine ernergiereiche Show gesehen hat, dem wird die Behauptung, Veganismus mache schwach, nur noch schwer über die Lippen kommen. Aber Albino beschränkt sich nicht auf die Tierrechte, sondern realisiert gleichzeitig auch sozialkritische, nachdenkliche und politische Tracks, die über Phrasen weit hinausgehen und den Horizont jedes der unzähligen Fuck-Bush -Tracks bei weitem übersteigt.So eröffne ich hier den Release-Reigen mit seiner neuen EP „Kein Frieden“, die den Hamburger 12 Finger Dan featured. „Kein Frieden“ kommt im Papp-Cover und beinhaltet den Titeltrack in zwei Versionen samt Interlude, plus drei weiteren Tracks („Relationen“, „Zweifelnde Stimmen“ und „Tankstelle“). Im Anhang befinden sich zwei Videos, ein Musikvideo, das zu „An Alle“ (zu finden auf der LP „Vogelfrei“) gedreht wurde, und ein weiteres, von dem ihr euch überraschen lassen solltet („Reality TV“). Der Opener der EP ist ein wütender Tierrechtstrack, der mit unglaublich agressivem Beat und Cuts rein kommt. Es ist ziemlich gut zu erkennen, dass Albinos Interessen wenig mit Birkenstock zu tun haben, eher mit vermummten Gestalten, die des Nachts ausziehen, um Tierqual zu beenden. In einer Mischung aus Kampfansage und Anklage macht der Rapper eindrucksvoll klar, worum es ihm geht.Nachdenklicher geht es bei den zweifelnden Stimmen zur Sache, relaxt droppt Albino seine aktuelle Analyse zur Gesamtkatastrophe über ein chilliges Piano, wird aber nicht zu ernst und auswegslos, sondern macht Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Gefeatured wird er von seinen Homies Conchez und Maurice.Streicher und gepitchte Soul-Samples gibt´s an der „Tankstelle“. „We’re drivers too“, scheint Albino zu sagen und rappt von, über und für HipHop, seinen Retter in der Not und zollt Respekt an die Breaker, die DJs und an Graffiti.

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