Free´z – Doppel Sechs Kommt Raus

Man kann ja die Bayern für erzkonservativ und verknöchert halten, wenn und wie man will. Fakt aber ist, dass sie so nette Gesellen wie die Töpfe, Fiva MC oder eben den Free´z hervorbringen. Letzterer hat uns im letzten Jahr arg auf die Folter gespannt, indem er zu Beginn des Jahres und bei Erscheinen seiner ersten Single „Keine Zeit“ (feat. Heine Selassie & Caramellow) felsenfest behauptete, sein Debüt-Album komme gegen Mitte des Jahres Null-Vier.Ich, die ich die Single, inklusive Remixe, für gut befunden hatte, wartete mir also einen Wolf und harrte der Dinge. Zwischendurch sah ich immer mal wieder bei Aldente Records auf der Homepage vorbei, um mich da über die Geschehnisse kundig zu machen. Dort wurde ich jedoch immer vertröstet. Dann, kurz bevor Schluss war mit diesem 2004, hörte ich das erste Mal davon, dass Free´z seine Scheibe im Sack hat und in Kürze auch uns damit erfreuen wird. Von da an war es nur noch ein kleiner Schritt, bis ich nun endlich final an „Doppel Sechs Kommt Raus“ geraten bin. Und ich meine das ehrlich, wenn ich behaupte: Schön gemacht! Beim Free´z, da geht der Jazz, da geht Reggae, da geht HipHop. Da geht lachen und weinen zur gleichen Zeit, und vor allem geht da eine handverlesene Bunch Leute, wie z.B. Sängerin Esther, FlowinImmo, Heine Selassie, DJ Roger Rekless oder DJ Delicious ab. Als weitestgehend unverkennbar kann man wohl das stimmliche Organ von Free´z sehen. Auch da, möchte ich mal behaupten, geht einiges: verraucht, soulfuller Gesang gepaart mit hartem Toasting. Da kommt eigentlich nur noch Immo heran, der sich mit Free´z und Said den urkomischen Titel „Der Tag Danach“ teilt, dessen Quintessenz ich null wiedergeben kann und möchte – vor lachen nicht! Das ist eine Sache, die bei jedem selbsttätig einzufahren hat, genauso wie die durchaus ernstzunehmende Message bei Songs wie „Fight Club“ und vor allem dem dazugehörigen „Schorschie“-Skit.Und ich sag es an dieser Stelle gern noch einmal: Bei Free´z gehen Humor und Ernsthaftigkeit Hand in Hand. Immer! Und genau das macht das Album zum Hammer. Ich hatte wirklich lange nicht mehr so viel zu schmunzeln beim Anhören eines Albums. Und mit Verlaub möchte ich meine Besprechung mit einer Entschuldigung beenden. Manchmal, da geht eben in Bayern doch etwas…

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