Smoking – King Size EP

Aus dem Hause Illvibe Recordings, einem Label aus Hannover, kommt diese CD eines MCs, der den Namen eines in Kiffer-Kreisen legendären Paper-Hestellers trägt. Passend dazu ist das Cover der „King Size EP“ dann äußerlich auch an die Optik der Verpackung des Raucher-Zubehörs „angelehnt“. Wie originell man das finden kann, sei mal dahingestellt.

In musikalischer Hinsicht hat Scheibe von obligatorischen Representer- und Battlesongs über Party-Tracks bis hin zu Stücken eher ruhigerer Gangart so ziemlich alles zu bieten. Smoking aus dem Koma Kidz-Umfeld zeigt auf einem Großteil der Songs gute Ansätze, die auf von Spek One produzierte Beats gebannt wurden. Leider bleibt er überwiegend im Stadium guter Ansätze stecken.

Dass die grünen THC-haltigen Pflanzen es ihm und seinen Freunden mehr als angetan haben, macht er auf fast jedem Song deutlich. So ist die „Wir sind Kiffer“-Thematik in vielen Einzel-Lines zu hören und manchmal auch Grundlage für ein ganzes Lied, wie z.B. bei „Drogenprojekt“. Überraschenderweise handelt der Song vom Genuss von Maryjane und reiht sich damit nahtlos in die Sparte von Stücken ein, die dieselbe Thematik behandeln, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Auf „Komakasatschok“ featured Smoking seine Koma Kidz Partner Ill Negro und Johnny Rockmist. Bei diesem Track wird klar, dass Smoking der talentiertere der auf dieser CD zu hörenden Koma Kidz ist. Die Flows von Jonny Rockmist und Ill Negro klingen im Gegensatz zu dem von Smoking eher langweilig und können nicht überzeugen. Auch textlich sind die beiden eher unterstes Niveau. So gibt Ill Negro z.B. Lines wie: “Da hilft euch weder wegrennen noch beten gegen / diesen Gegner übersetzt heiße ich kranker Neger!“ von sich, und katapultiert sich so mühelos ins lyrische Abseits. Dieser Track ist mit Abstand der schlechteste auf der CD.

Positiver sticht hingegen „Wer ist die Crew“ heraus. Auf diesem Stück passen Raps und Beat zusammen. Smoking rappt entspannt über den Beat und bringt Doppelreime und Lines wie z.B.: „Ey, yo gibt Smoking das Mikrophon Spast / Du liegst schon flach bei dem Shit der so kracht!“. Auch das Drumset rollt gut und steht im Einklang mit den Synthie-Sounds. Das Logic Instrument EVD6, welches ich rauszuhören glaube, passt auch gut ins Gesamtbild.

Dass man in Sachen Deutsch-Rap Hannover nicht außer Acht lassen sollte, steht außer Frage, doch kann ich mich mit Aussagen wie: „…Fick auf Ku-Damm und Kiez…“ oder „Wer sagt dass du ein MC bist / geh zum Ku-Damm MC Strich“ (aus „Hannover Stadt“ feat. Saddam Syed) nur schwer anfreunden, denn aus Berlin und Hamburg kommt momentan der erfolgreichste Rap Deutschlands – siehe Sammy, Savas, Sido etc.. Ob man die genannten Artists nun mag oder nicht, ist ja jedermanns eigene Sache. Respektieren sollte man sie als „Newcomer“ vielleicht schon.

Unterm Strich stößt die „King Size EP“ bei mir auf wenig Gegenliebe. Zwar kann man Smoking zugute halten, dass er technisch gesehen ein paar durchaus brauchbare Raps auf seinem Erstlings-Werk verewigt hat, von denen manche Rapper in seinem Alter vergleichsweise noch weit entfernt sind. Dennoch ist er weit davon entfernt, Akzente zu setzten.

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