Tru- Paz – State Of Emergency

HipHop aus Übersee muss nicht unbedingt aus den USA kommen, so auch die vorliegende Scheibe: die kommt vom nördlichen Nachbarn, aus Kanada. Das Trio aus Toronto bringt den Nachfolger zum 2000er Album „R-Evolution“. Wer die Herren noch nicht kennt: hinter Tru-Paz stecken Akim, hauptamtlicher MC, Boozy (meist für den Gesang zuständig) und DJ Unknown, verantwortlich für Beats und Cuts.

Wenn man Michael Moore und seinem Streifen „Bowling For Columbine“ glauben darf, ist Kanada – ganz im Gegensatz zu den USA – ein Paradies auf Erden. Kaum Kriminalität und nur nette Menschen. Dass auch er seine Streifen etwas zweckgemäß arrangiert, sollte wohl jedem klar sein. Dementsprechend wundert es auch nicht, dass Tru-Paz von einigen Problemen aus dem Land mit dem Ahornblatt berichten. Gleichzeitig ist das aber auch das Schöne: es gibt etwas zu berichten. Nicht nur rappen des Rappens wegen, sondern eben Themen. Zum Beispiel Umweltverschmutzung oder Rassismus, wie in „One Day”: “picture a world where blacks and whites eat from one plate/ one day this love will find us/ and racial barriers will no longer divide us”.

Aber nicht nur die Heimat ist Ziel der Texte, genauso die USA. Was sie von deren Politik halten, kann man in dem Skit „Imperialsm“ hören: „United States rule the world by force“. Rein musikalisch liegt den Herren aber nicht nur viel an HipHop, genauso wichtig ist auch Reggae. Viele Nummern haben dementsprechende Gesangsparts, so etwa „Babylon“ oder „Exodus“ und „Rude Boy“. Klar, die Damenwelt darf auch nicht zu kurz kommen: „This Love“ geht stark Richtung soulfuler Gesang. „So many arguments and fights/ sleepless nights I know I `ve done you wrong girl but I `ll make it right”.

Wer also auf eine runde Mischung aus HipHop, Reggae und Soul mit sinnvollen Texten steht, ist hier genau richtig. Allerdings sollte man darauf hinweisen, dass die Scheibe auch sehr leicht gefällt – an sich eckt keine der Nummern musikalisch irgendwo an. Alles ist sehr melodiös und smooth gehalten, für meinen Geschmack etwas zu brav. Kann alles auch einfach nebenbei dudeln. Trotzdem sollte man der Empfehlung auf ihrer Homepage folgen: “This is one album that definitely deserves a listen….. „.

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