Puppetmastaz – Creature Funk

Die Bezeichnung Toy steht im HipHop nicht gerade für etwas Positives. Eher für einen Anfänger, der lieber noch in den eigenen vier Wänden üben sollte, bevor er (oder sie) in die Öffentlichkeit tritt. Nun bekommt diese Bezeichnung aber noch eine neue Bedeutung, eine, die nicht negativ geprägt ist, sondern nur dafür steht, was man tatsächlich sieht: Eine Toygroup, bestehend aus Puppen, die witziger als die Muppets und anarchistischer als die Feebels auftreten.Mitte der Neunziger entschlossen sich die Puppen, eine Gruppe zu gründen, um der Welt der Humans Paroli bieten zu können. Obwohl sie ihren Puppetstyle als einzigartig beschreiben und musikalische Grenzen bewusst ignoriert werden, kann man den Rapeinfluss deutlich spüren und hören. Nach diversen gefeierten Auftritten in Deutschland, aber auch anderen Teilen Europas, haben sich Mr. Maloke, Snuggles, Croucho und Co. zusammengerafft, um uns eine geballte Ladung Creature Funk um die Ohren zu hauen. Für die Puppetz ist sicherlich Gold wert, dass sie sich a) der menschlichen Sprache bedienen und b) die englische Sprache gewählt haben, die von vielen Menschen auf der Welt verstanden werden kann. So hat der Creature Funk das Potential, sich auf der ganzen Welt auszubreiten. Wer die Puppetmastaz schon mal live erlebt hat, weiß, was sie drauf haben: Machogehabe, starke Sprüche, schwarzer Humor, Miss-Piggy-Diss-Raps, Elvisparodien oder Yoda-Persiflagen gehören genauso fest zum Programm, wie dicke, mit viel Elektrobass bouncende Beats und Flows, die ein menschlicher MC auch nicht besser hätte haben können.Auf der Bühne funktioniert das alles wunderbar, stellte sich nur die Frage, ob die Musik auch ohne visuelle Reize überzeugen kann?Und das tut sie ganz gewaltig. In den 17 Tracks rollen einem Bässe entgegen, die sogar in den Lowridern in den Straßen von L.A. für Aufmerksamkeit sorgen würden, und textlich wird natürlich zum Rundumschlag ausgeholt, meistens gegen die Menschen (Humans get all the credits). Der Puppetjargon ist anfangs sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber da kommt man rein, glaubt mir!Die musikalischen Einflüsse sind durchaus ziemlich menschlicher Natur. Funkige Basslines, soulige, melodische Samples, elektronische Soundgewitter, lateinamerikanische Klänge oder indische Soundfetzen oder Pet-Gangsta-Sound wie bei HipHop Police. Die Puppen haben an alles gedacht. Die Puppetmastaz sind eine sehr willkommene Abwechslung zu vielem, was die Humans momentan so auf den Markt werfen. Puppet Sound rules!

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