RZA ist der Teacher

Gesundes Selbstbewusstsein ist etwas Schönes und insbesondere in der battlelastigen und egozentrischen Hip Hop Kultur auch absolut vonnöten. Und weil der ganze Rap-Zirkus ursprünglich aus den Staaten kommt, gibt es eben auch dort die Meister der fatalen Selbsteinschätzung und spektakulärer Aussagen. Wir denken da an The "I am the shit, man" Game, P. "Ich verteile iPods mit meiner Musik an Obdachlose" Diddy und natürlich auch Mr. "Ich habe Kool Savas entdeckt" RZA.

Letzterer war schon immer ein Quell stetiger Weisheiten und auch in zwei neu erschienen Interviews betätigt sich der Wu-Tang-Mastermind als Lehrer, der milde lächelnd die Wahrheit unter das unbedarfte Volk bringt. So teilt er uns unter anderem mit, dass Hip Hop eigentlich den Martial Arts entsprungen ist, weil dort die Kunst darin bestünde, Kämpfe zu gewinnen, ohne zuschlagen zu müssen, und dies ja zweifelsohne auch die Grundintention des Rap-Battles sei.

Die zweite große Leidenschaft von Bobby Digital ist bekanntermaßen das Schachspiel und das möchte der Rapper und Produzent nicht nur mit der selbstgegründeten Internetplattform "WuChess" populärer machen, er hätte da auch einige designtechnische Vorschläge zur Neugestaltung des Spielbretts. Außerdem plauderte er gegenüber chessbase.de aus, dass er im Alter von elf Jahren von einem Mädchen nicht nur in die Geheimnisse des Schachspiels, sondern auch des Geschlechtsverkehrs eingeweiht wurde.

Richtig tief in die Gedankenwelt des RZA lässt sich allerdings in seinem Interview mit hiphopdx.com eintauchen. Besonders schön gestaltet sich folgender Dialog zwischen dem US-Künstler und dem Interviewer:

RZA: "Yo, in Africa they still have cassette players in their cars. Did you know that?"

DX:  "Wow. I guess there’s still a couple people holding on."

Hierbei sollte natürlich hinzugefügt werden, dass die Leute in Afrika nicht deshalb in alten Autos mit Kassettendecks rumfahren, weil sie so wahnsinnig true to the game und oldschool, sondern wahrscheinlich arm sind. Womöglich herrschen dort auch weitaus schwerwiegendere Probleme, als die Frage, welches Release des Wu-Tang Clan man gerade im eigenen Auto pumpen soll. Aber das nur am Rande.

Apropos Automobilindustrie, auch hier beweist der Rapper und Produzent seinen prophetisch anmutenden Weitblick und offenbart, dass er schon vor 13 Jahren vorausgesagt hätte, dass in ein paar Jahren ausnahmslos jeder einen Fernseher in seiner Karre haben würde. Wir sind gespannt, was unser neues Lieblingsmedium in Zukunft so alles vorhersagen wird. Denn wir wissen: Er hat immer Recht.
 

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