Fler vs. Kollegah & Farid Bang: Chronik eines Beefs

Gestern ging einer der langlebigsten Beefs im Deutschrap zuende. Fler auf der einen sowie Kollegah und Farid Bang auf der anderen Seite erklärten öffentlich, es werde keine neuen Angriffe geben. In den letzten Tagen und Wochen überschlugen sich die Ereignisse. rap.de fasst die Entstehung und Entwicklung des Beefs zwischen Fler und seinen Maskulin-Jungs sowie den Bangern und Selfmade zusammen.

Die Vorgeschichte: 2009 veröffentlicht Kollegah mit Favorite und Farid Bang den Song „Westdeutschlands Kings„, auf dem diverse Berliner Rapper, darunter vor allem sido und Fler, gedisst werden. Fler antwortet darauf mit dem Disstrack „Früher wart ihr Fans“ feat. Silla und Kitty Kat. Darauf wiederum reagierte Kollegah mit „Fanpost„, das von Fler mit „Schrei nach Liebe“ quittiert wurde. 

Ebenfalls 2009 kommt es außerdem bei einem Selfmade-Konzert in Berlin zu einem schwerwiegenden Zwischenfall. Mehrere Angreifer, die es eigentlich auf Kollegah, Favorite und Farid Bang abgesehen hatten, stürmen die Location und verprügeln Montana Max und Shiml (die damals noch bei Selfmade unter Vertrag standen). 

Der Beef schwelt weiter und äußert sich in diversen gegenseitigen Anspielungen und Disses auf Albensongs sowie in Interviews. 2012 allerdings entschuldigt sich Kollegah in einem Interview öffentlich bei Silla dafür, seine Mutter beleidigt zu haben. 

Anfang Januar 2014 nimmt die Sache dann plötzlich rasant an Fahrt auf.

8. Januar: Farid Bangbeschimpft Fler öffentlich als Zinker und stellt die Behauptung in den Raum, Fler habe ehemalige Freunde bei der Polizei verraten. Am selben Tag gibt Animus überraschend bekannt, er sei nicht mehr bei Maskulin, Flers Label. 

Fler seinerseits weist die Vorwürfe umgehend zurück, zu Animus‚ Weggang schweigt er sich zunächst aus. 

9. Januar: Farid Bangschießt erneut gegen Fler und schreckt auch vor drastischen Drohungen und Beleidigungen nicht zurück. 

10. Januar: Flerbeteuert noch einmal, er sei kein Informant und führt als Beleg einen Artikel an, der berichtet, wie er wegen einer Falschaussage zugunsten eines Freundes zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt wurde. 

11. Januar: Jetzt schaltet sich auch noch Nicone, Ex-Maskulin-Member ein und wirft Fler vor, seine Künstler bei Maskulin nicht zu bezahlen. Flerreagiert auf die neuen Vorwürfe gelassen, er fühle sich wie in der Grundschule, erklärt der Berliner: „Alle gegen den Deutschen„. 

13. Januar: Flerkündigt einen Disstrack namens „Junge mit Charakter“ an und verspricht einen „Tag der Abrechung„.

19. Januar: Farid Bang richtet sich einen Twitter-Account ein und schießt gegen sämtliche Maskulin- und einige Ex-Maskulin-Member, vor allem Fler, aber auch Silla und Animus

In einer Berliner Boulevardzeitung erscheint ein Artikel, der von einem Überfall auf Fler kurz vor Weihnachten berichtet. Fler kommentiert den Artikel und erklärt noch einmal, er habe niemand bei der Polizei verraten. 

22. Januar: Niconekündigt ein Silla-Feature auf seinem kommenden Album an und veröffentlicht ein gemeinsames Foto der beiden. Das löst Spekulationen über einen Weggang Sillas von Maskulin aus, die dieser aber umgehend mit einem eigenen Foto und dem Hashtag #maskulin zerstreut. 

Farid Bang löscht seinen Twitter-Account wieder und erklärt, er habe nur demonstrieren wollen, dass die Maskulin-Jungs ohne Schutz nicht mehr so selbstbewusst auf seine Ansagen reagierten. 

24. Januar: Fler erklärt, er habe einen Brief von Animus‘ Anwalt erhalten, in dem dieser Geld von ihm verlange und mit Strafanzeige drohe. Animus erklärt daraufhin, Fler habe ihm nie einen Cent bezahlt, woraufhin Fler höhnisch fragt, wofür er Animus bezahlen sollen habe, „dafür, dass ich dich gepusht habe?„. 

Am Abend stürmen Kollegah und Farid Bang die La’Clas Jam in Köln. Silla, der dort eigentlich auftreten sollen hätte, wurde vorgewarnt und bleibt im Hotel. 

26. Januar: Kollegahäußert sich zur Konzertstürmung und erklärt, alles sei friedlich abgelaufen, man habe nur mit Silla reden wollen. Der Veranstalter widerspricht dieser Darstellung später und kündigt rechtliche Schritte an. 

Silla ruft in einem Statement seinerseits zu Nächstenliebe und Respekt auf und erklärt, er habe sich nie auf einem Streetlevel messen wollen. 

27. Januar: Kollegah erklärt in einem ausführlichen Statement auf Facebook den Beef mit Fler und Maskulin für beendet. Es werde keine weiteren Angriffe mehr geben. Die Aktionen und Provokationen der letzten Wochen hätten nur demonstrieren sollen, dass man Rapbeef lyrisch austragen solle. 

Fler wiederum gibt auf Twitter bekannt, er habe mit Farid Bang telefoniert und bestätigt, der Beef sei beendet. Farid Bang bestätigt dies ebenfalls, betont aber, er werde an seinem Album „Killa“ keine Änderungen vornehmen. Es gebe auch keinen Frieden, stellt er fest. Auch Fler betont auf Twitter, er werde an seinem neuen Album „NDW2“ nichts ändern. 

 

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